Inflationsangst: Aktien und Edelmetalle sind die Gewinner

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Nicht nur die Leitzinsen in den USA bleiben auf einem rekordtiefen Niveau zwischen 0 und 0,25 Prozent. Die Fed will de facto auch ihr Aufkaufprogramm für US-Staatsanleihen fortsetzen. Zwar soll ab dem 30. Juni kein neues Geld mehr ins Quantitative Easing fließen. Doch die Auszahlungen aus auslaufenden Anleihen und Hypothekenpapieren werden weiterhin verwendet, um dem Anstieg der langfristigen Zinsen entgegenzuwirken.

Laxe Geldpolitik, niedrige Zinsen

Dieser Mix aus laxer Geldpolitik und niedrigen Zinsen sollte die Aktien- und Edelmetallkurse weiter befeuern. Am Abend der Fed-Entscheidung legte der Goldpreis deutlich zu, Silber explodierte mit einem Zuwachs von 6 Prozent regelrecht. Auch die Aktienmärkte verbuchten ansehnliche Gewinne.

Hintergrund für die Kursanstiege: Beide Anlageklassen bieten durch ihren Inflationsschutz die Option, sich vor den Entscheidungen der Notenbanker zu schützen. Ein weiterer Treiber für die Aktienkurse sind die derzeit starken Unternehmensgewinne. Die Konsumlust der Verbraucher wird durch die zunehmende Inflationsangst beflügelt und dürfte weiterhin für volle Firmenkassen sorgen.

Aufwärtstrends bei Aktien intakt

Abseits dieser eher fundamentalen Überlegungen sprechen die Charts eine klare Sprache: So haben wichtige Aktienmärkte in diesem Frühjahr ein Drei-Jahres-Hoch erreicht. Dazu gehören neben dem Dax die Indizes MDax und TecDax sowie der US-amerikanische Nasdaq 100. Dow Jones und S&P 500 hinken zwar noch etwas hinterher, doch in allen Indizes weist der mittel- bis langfristige Trend klar nach oben.

Die Inflationsangst nimmt zu

Auch bei den Edelmetallen stehen die Trendpfeile auf grün. Wer Gold oder Silber hält, fährt nun die Ernte für seine berechtigte Skepsis gegenüber den Notenbanken ein. Das gilt insbesondere für Silber, das sich seit Jahresbeginn im Wert quasi verdoppelt hat.

Dieser rasante Anstieg beim „Gold des kleinen Mannes“ ist auch ein Indiz dafür, dass die Angst vor Inflation in der breiten Bevölkerung angekommen ist. Allerdings ist hier mit hohen Schwankungen zu rechnen.

Euro-Anleger brauchen etwas Geduld


Wer als Euro-Anleger in Gold investiert hat, muss sich etwas gedulden, denn der Goldpreis kommt wegen der erstarkten Gemeinschaftswährung derzeit kaum voran. Allerdings dürfte sich das in den nächsten Monaten ändern, denn der Aufwärtstrend ist zwar flach, aber weiterhin intakt. Steigt Gold über 1.076 Euro, ist der Weg zu neuen Höchstkursen in Euro frei.

Bei allem Optimismus für liquide Sachwerte sollten Anleger nie ohne Risikomanagement agieren, sprich einen Kurs festlegen, zu dem sie etwaige Verluste spätestens realisieren. Gerade das erste Quartal hat etliche Beispiele geliefert, durch die die Börsen unter Druck gerieten – etwa die Bürgerkriege im Nahen Osten sowie der Tsunami und die Beinahe-Atom-Katastrophe in Japan.

Zum Autor
: Klaus Hinkel ist Vorstand der Vermögensverwaltung Artus Direct Invest AG, Düsseldorf, und einer der Experten von www.vermoegensprofis.de.

In DAS INVESTMENT.com äußern sich renommierte Vermögensverwalter in regelmäßigen Kolumnen zu aktuellen Finanz- und Kapitalanlagethemen.

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