DAS INVESTMENT: Herr Hammer, die Swiss Life Privado Police schafft Zugang zu Infrastrukturinvestments im Fondspolicenmantel. Was macht die Assetklasse Infrastruktur für die Altersvorsorge im Vergleich zu anderen Anlageklassen attraktiv?
Steffen Hammer: Der weltweite Investitionsbedarf in Infrastruktur ist gewaltig. Megatrends wie Digitalisierung, Urbanisierung, Dekarbonisierung, Kreislaufwirtschaft und demografischer Wandel sorgen für kontinuierlichen Ausbaubedarf.
Infrastrukturinvestments bieten Anlegern einen stabilen Anker im Portfolio, weil ihre Wertentwicklung nur gering mit den klassischen Aktienmärkten korreliert und sie damit als effektiver Diversifikator wirken. Zugleich generieren Infrastrukturprojekte – etwa aus Energie, Transport oder sozialer Versorgung – stetigen Cashflow und langfristig planbare Einnahmeströme, was sie besonders für die Altersvorsorge attraktiv macht.
Können Sie anhand konkreter Beispiele erläutern, wie breit die Swiss Life Privado Police im Infrastrukturbereich aufgestellt ist? Welche Infrastrukturanbieter stehen hinter den Investments?
Hammer: Seit 2011 ist Swiss Life Asset Managers auf Direktanlagen im Infrastrukturbereich spezialisiert. Infrastruktur wird daher in der Swiss Life Privado Police breit gestreut abgedeckt: Dazu gehören Betreibergesellschaften von Maut-Autobahnen wie Brisa in Portugal, Ascendi in Spanien sowie Itínere in Nordspanien. Auch Flughäfen sind Teil des Portfolios – der Flughafen Brüssel zählt rund 25 Millionen Passagiere pro Jahr.
Der Energiesektor umfasst Solar- und Windparks wie den Offshore-Windpark Trianel Borkum I & II in der deutschen Nordsee mit einer Gesamtkapazität von 403 MW, der rund 200.000 Haushalte mit Strom versorgt. Hinzu kommen Solarthermieanlagen in Italien, Kleinwasserkraftwerke in Norwegen sowie moderne Batteriespeichersysteme zur Netzstabilisierung in Deutschland.
Im Kommunikationssektor sind wir mit Glasfasernetzen, Mobilfunkmasten und Rechenzentren vertreten. Swiss Towers besitzt über 5.000 Mobilfunktürme und Dachantennen in der Schweiz, während DataBank mehr als 70 Rechenzentren in über 27 US-Märkten betreibt – Infrastruktur, die bei uns schon einige Zeit vor dem KI-Boom einen Platz im Portfolio hatte.
Wir berücksichtigen auch die soziale Infrastruktur im Portfolio. Wir setzen auf Bildungsdienstleister, Betreibergesellschaften von medizinischen Versorgungszentren und sind in Luftrettungsdiensten investiert.
Nach welchen geografischen Kriterien wählen Sie die Infrastrukturprojekte aus, in die die Swiss Life Privado Police investiert?
Hammer: Der Fokus bei unseren Investitionen liegt auf stabilen Regionen wie Europa, USA und der Schweiz.
Welche Vorteile bringt Anlegern der Anbieter Swiss Life?
Hammer: Hinter der Swiss Life Privado Police steht ein sehr starker und erfahrener Partner. Swiss Life Asset Managers gehört zu den führenden europäischen Infrastruktur-Asset-Managern, verwaltet rund 275 Milliarden Euro und bringt mehr als 165 Jahre Erfahrung mit. Für Anleger bedeutet das: Sie profitieren von einer professionellen Auswahl und kontinuierlichen Betreuung ihrer Investments, ohne selbst aktiv werden zu müssen. Allein im Bereich Infrastruktur managt Swiss Life 12 Milliarden Euro – unterstützt von 70 spezialisierten Expertinnen und Experten, die sich ausschließlich diesem Segment widmen.
Zudem eignet sich die Swiss Life Privado Police hervorragend zur Diversifizierung. Viele Anleger haben Infrastruktur als Anlageklasse noch gar nicht im Blick, insbesondere den nicht börsennotierten Bereich, der für Privatanleger sonst kaum zugänglich ist – weder über ETFs noch über klassische Fonds. Damit lässt sich ein Portfolio deutlich breiter und stabiler aufstellen, was gerade in unsicheren Zeiten ein entscheidender Vorteil ist.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Swiss Life-Gruppe investiert gemeinsam mit den Privatanlegern. Das stellt sicher, dass die Interessen vollständig abgestimmt sind und beide Seiten in die gleiche Richtung arbeiten.
Die Swiss Life Privado Police wird oft als flexible Vorsorgelösung beschrieben. Welche Gestaltungsmöglichkeiten bietet die Police hinsichtlich Beiträgen, Anlagestrategien und Leistungsoptionen?
Hammer: Viele Vorsorgeprodukte anderer Anbieter bieten kaum Spielraum, wenn man während der Laufzeit auf das investierte Geld zugreifen möchte. Oft drohen hohe Gebühren oder sogar die komplette Kündigung des Produkts. Bei der Swiss Life Privado Police können Anleger hingegen jederzeit Teilentnahmen vornehmen und auch zusätzliche Einzahlungen leisten.
Zudem sind sie flexibel beim Zeitpunkt der Auszahlung: Die Kapitalleistung kann wie vereinbart zum Beispiel mit 67 Jahren bezogen werden, lässt sich aber auch bis zum 88. Lebensjahr verschieben – etwa, um das Geld später zu vererben. Mit bald 160 Jahren Erfahrung auf dem deutschen Markt kennt Swiss Life die Bedürfnisse der Kunden genau und bietet Lösungen, die echten Handlungsspielraum erlauben.
Wie wird bei der Swiss Life Privado Police das Verhältnis von Renditechancen und Sicherheit gestaltet, insbesondere im Vergleich zu klassischen Lebensversicherungen oder reinen Investmentprodukten?
Hammer: Bei der Swiss Life Privado Police setzen wir auf nicht börsennotierte Infrastrukturprojekte. Damit können Anleger Renditen erzielen, die in etwa denen globaler Aktienmärkte wie dem MSCI World mit 7 bis 9 Prozent entsprechen – allerdings bei deutlich geringeren Kursschwankungen und damit höherer Stabilität im Vergleich zu klassischen Aktieninvestments.
Welche steuerlichen Vorteile können Kunden durch die Swiss Life Privado Police erwarten, und welche Voraussetzungen müssen hierfür erfüllt sein?
Hammer: Entscheidend für die steuerlichen Vorteile der Swiss Life Privado Police sind zwei Punkte: Läuft der Vertrag mindestens zwölf Jahre, und ist der Kunde mindestens 62 Jahre alt? Dann muss nur noch die Hälfte der Erträge zum persönlichen Steuersatz versteuert werden – das sogenannte Halbeinkünfte-Verfahren. Wird statt des Kapitals die Rente gewählt, unterliegt nur der Ertragsanteil der Besteuerung, der davon abhängig ist, wann der Bezieher in Rente geht.
Ein besonderer Vorteil der Privado-Police ist der fondsgebundene Rentenbezug. Früher wurden Investmentfonds beim Renteneintritt verkauft und in klassische sichere Anlagen umgeschichtet, wodurch das Kapitalwachstum abnahm. Heute bleibt das Geld auch während der Verrentung investiert – in ausgewählten Fonds- und ETF-Strategien, die der Kunde selbst bestimmen kann. Umschichtungen sind jederzeit möglich, sodass das Kapital weiter für den Kunden arbeitet. Dadurch kann die Gesamtrente deutlich steigen – je nach Fondswahl um 10, 20 oder sogar 30 Prozent im Vergleich zu einer klassischen Verrentung.
Tatsächlich können Neugeborene heutzutage mit 93 (Mädchen) beziehungsweise gut 90 Jahren (Jungen) rechnen. Von 100 heute geborenen Mädchen erreichen statistisch gesehen 24 ihren 100. Geburtstag; von den heute geborenen Jungen sind es 17. Zugespitzt gesagt: Die Kapitalbezugsdauer kann unter Umständen länger als die Ansparphase sein – gut, wenn das Kapitalwachstum über den Renteneintritt hinaus gewährleistet ist.
Für welche Kundengruppen eignet sich die Swiss Life Privado Police besonders, und in welchen finanziellen Lebenssituationen wird sie am meisten empfohlen?
Hammer: Die Swiss Life Privado Police eignet sich besonders für Menschen, die aktiv für ihre Altersvorsorge planen und ihr Vermögen während der Ansparphase gezielt aufbauen möchten – zum Beispiel durch Einzahlungen aus Erbschaften oder andere zusätzliche Beiträge. Sie ist ideal für Anleger, die ihr Portfolio um eine Anlage mit stabiler Wertentwicklung und moderater Volatilität ergänzen wollen, aber dennoch Renditechancen nutzen möchten. Außerdem eignet sich die Police für Eltern, die frühzeitig ein Vermögen für ihr Kind aufbauen möchten: Das Kapital kann langfristig wachsen, flexibel durch zusätzliche Einzahlungen ergänzt oder bei Bedarf teilweise entnommen werden, bis es schließlich dem Kind übergeben wird, das das Kapital gegebenenfalls weiterarbeiten lassen kann – mit flexiblen Zuzahlungen und Entnahmen, wie gewünscht.
Zur Person
Steffen Hammer ist seit 2007 als Produktexperte bei der Swiss Life Lebensversicherung SE tätig. Als Spezialist für die Swiss Life Privado Police fokussiert er sich insbesondere auf flexible Vorsorge- und Versicherungslösungen für Privatkunden.
