Infrastruktur steht am Schnittpunkt vieler MegaForces, einflussreiche strukturelle Kräfte, die unserer Ansicht nach die Märkte jetzt und künftig beeinflussen und die Transformationswellen antreiben. KI ist ein wichtiger Faktor im wirtschaftlichen Wettbewerb zwischen Ländern. Gleichzeitig wirken sich die Investitionen in Rechenzentren allmählich auch auf den Übergang zur kohlenstoffarmen Wirtschaft aus. Die Netto-Null-Ziele der Unternehmen, die am meisten in den KI-Ausbau investieren, könnten die Nachfrage nach erneuerbaren Energien anheizen.
Der Energiehunger der KI könnte die bereits erwarteten massiven Investitionen weiter hochtreiben. Kapital für Infrastruktur ist entscheidend, damit der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft gelingt: Wir schätzen, dass in den 2040er-Jahren bis zu 80 Prozent der Investitionen in die Energieerzeugung auf kohlenstoffarme Technologien entfallen werden, gegenüber 64 Prozent heute.
Die geopolitische Fragmentierung zwingt den Energiesektor zu größerem Pragmatismus, da viele Länder bestrebt sind, den Übergang zu nachhaltiger Energie mit einer zuverlässigen und bezahlbaren Versorgung zu verbinden. Die Neuordnung von Lieferketten erfordert weltweit noch höhere Infrastrukturinvestitionen. Wir bevorzugen daher Schwellenländer, die davon profitieren dürften.
In allen Märkten bestimmen die Unterschiede in der demografischen Entwicklung den Investitionsbedarf. Dabei gilt: Je schneller eine Bevölkerung wächst, desto rasanter steigen die Investitionen in Infrastruktur zur Versorgung der wachsenden Zahl an Menschen (siehe Grafik).
Grafik: Wie Investitionen und Demografie zusammenhängen. Bevölkerungs- und Investitionsanstieg in den G20, 2000-2019
Quelle: BlackRock Investment Institute, Weltentwicklungsindikatoren der Weltbank und Vereinte Nationen mit Daten von Haver, März 2024. Anmerkung: Die Grafik zeigt die Beziehung zwischen dem durchschnittlichen Bevölkerungswachstum und dem durchschnittlichen, inflationsbereinigten Investitionswachstum, gemessen an der BIP-Komponente der Bruttoanlageinvestitionen zwischen 2000 und 2019. In der Grafik sind Daten bis 2019 dargestellt, um eine Verzerrung durch die Pandemie zu vermeiden.
Die entwickelten Länder stehen vor der Herausforderung, Investitionen zu tätigen, um die Bedürfnisse ihrer alternden Bevölkerung zu bewältigen.
Wir sehen Anlagechancen in den Ländern, die ihren demografischen Vorteil am besten nutzen, indem sie etwa die Erwerbsbeteiligung erhöhen und in die Infrastruktur investieren. Länder mit höherem Investitionsbedarf wie Indien, Mexiko und Saudi-Arabien könnten höhere Renditen bieten.
Dabei klafft eine große Lücke zwischen den weltweit erforderlichen Infrastrukturinvestitionen und dem, was angesichts hoher Schuldenberge an staatlichen Mitteln dafür ausgegeben werden kann. Wir glauben, dass die Privatmärkte diese Lücke schließen werden. Allerdings sind sie eine komplexe Anlageklasse und nicht für alle Anleger geeignet.
Was bedeutet das für Anleger?
- Wir erwarten, dass die Privatmärkte die Lücke zwischen dem Bedarf an Infrastrukturinvestitionen und dem, was der Staat dafür bereitstellen kann, schließen werden.
- Aus strategischer Sicht geben wir Infrastrukturaktien den Vorzug vor anderen privaten Wachstumsanlagen.
Die Welt könnte am Beginn einer Transformation stehen, die der industriellen Revolution in nichts nachsteht. Mehr dazu im Halbjahresausblick 2024 von BlackRock.
