Quelle: Istock

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Insider-Skandal: Dumm gelaufen

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Die US-Börsenaufsicht SEC, das FBI und die Staatsanwaltschaft ermitteln seit November vergangenen Jahres gegen zahlreiche Finanzprofis – Investmentbanker, Hedgefonds- und Investmentfondsmanager -, die unerlaubt börsenrelevante Informationen weitergegeben haben sollen. Auch Donald Longueuil, der bis Juli 2010 bei dem 12 Milliarden US-Dollar schweren Hedgefonds SAC Capital Advisors arbeitete, geriet ins Fadenkreuz der Ermittler.

Kurz nachdem das „Wall Street Journal“ zum ersten Mal über die Ermittlungen berichtete, stürmte der 34-jährige New Yorker mitten in der Nacht mit vier kleinen Tüten auf die Straße, die er in vier verschiedene vorbeifahrende Müllwagen warf. Was er nicht wusste: Ein Teil seiner nächtlichen Aktion wurde von einer Sicherheitskamera gefilmt.

Wie Longueuil später seinem Arbeitskollegen Noah Freeman erzählte, befanden sich in den Tüten Teile seiner Festplatte mit belastendem Material, die er entsorgen wollte. Dumm nur, dass Freeman, der selbst wegen Betrugs und Verschwörung angeklagt wurde, bereits gestanden hatte und mit den Ermittlern kooperierte. Während des gesamten Gesprächs trug er ein Aufnahmegerät an seinem Körper, das Longueuils Schilderungen aufgenommen hat.

Gegen den gesprächigen Ex-Hedgefonds-Manager wird nun wegen Betrugs und Verschwörung ermittelt. Und auch wenn er die belastenden Daten zerstören konnte, sieht es nicht gut für ihn aus. „Wenn Menschen Daten löschen, Festplatten zerschmettern und nachts um 2 Uhr Müllwagen jagen, dann tun sie das nicht, weil sie sich legal verhalten haben“, erklärte Manhattans Staatsanwalt Preet Bharara gegenüber dem „Wall Street Journal“.

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