Insiderhandelsvorwurf

Ex-Milliardär Batista kommt vor Gericht

Bereits in der kommenden Woche, am 18. November, soll in Rio de Janeiro der Strafgerichtsprozess gegen Batista beginnen, wie Richter Flavio Roberto de Souza im Telefoninterview mit Bloomberg News sagte.

Angesetzt für den ersten Verhandlungstag sind Aussagen von Batista und Zeugen. Der Vorwurf der Bundes-Staatsanwaltschaften von Rio und Sao Paulo aus dem September letzten Jahres lautet, Batista habe 2013 bei drei Anlässen Aktien seiner Unternehmen OGX und OSX verkauft, dabei gegen Insiderhandelsregeln verstoßen und somit ein Kapitalmarkt-Vergehen begangen.

Das Firmenimperium des Selfmade-Milliardärs stand damals bereits vor dem Zusammenbruch. Lag sein Vermögen laut Bloomberg-Milliardärs-Index einst bei bis zu 34,5 Millarden Dollar, hat er nun private Schulden von über einer Milliarde Dollar.

Würde Batista, 58, verurteilt, könnte eine Gefängnisstrafe auf ihn zukommen. Allerdings ist in den 13 Jahren, seit Insiderhandel in Brasilien ein Straftatbestand ist, noch nie jemand deswegen ins Gefängnis gekommen. Auch sind die Geldstrafen gering. Dafür ist es Gang und Gebe, dass beispielsweise vor Firmentransaktionen Informationen durchsickern.

“Insiderhandel ist in Brasilien weitverbreitet, und wir als Investoren wären naiv, wenn wir das nicht glauben würden”, sagte David Riedel, Präsident von Riedel Equity Research in Greenbrae, Kalifornien. “Es sickert ständig etwas durch. Aber das Problem sind nicht die Gesetze - es ist die Durchsetzung der Gesetze.”

Batistas Anwalt, Sergio Bermudes erklärte am Mittwoch, sein Mandant sei unschuldig. Richter Souza rechnet damit, bis Anfang 2015 zu einem Urteil zu kommen. Es werde nicht länger dauern als bis Februar oder März, sagte er.

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