Insidern zufolge

Deutsche Bank erwägt Abbau von 25 Prozent der Stellen

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Der neue Stellenabbau dürfte demnach hauptsächlich unterstützende Funktionen in den Bereichen IT und Verwaltung betreffen, aber auch einige Positionen mit Kundenkontakt könnten wegfallen. Eine endgültige Entscheidung soll im Oktober fallen. Die Deutsche Bank, mit dem größten Investmentbankengeschäft in Europa, beschäftigte Ende Juni 98.647 Personen. Klaus Winker, ein Sprecher der Bank, wollte am Montag keine Stellungnahme abgeben.
Co-Vorstandschef John Cryan, 54, der im Juli Anshu Jain ablöste, treibt den Plan voran, die Profitabilität über Kostensenkungen und die Verkleinerung bestimmter Geschäftsbereiche zu verbessern. Er hat bereits angekündigt, dass die Postbank verkauft wird und kritisierte die hohen Kosten der Bank sowie ihre veraltete und nicht adäquate Technologie. Bis Ende Oktober will Cryan, der die Bank zusammen mit Co- Vorstandschef Jürgen Fitschen leitet, seine Pläne für die Bank vorlegen. „Angesichts der Tatsache, dass sich am Personalstand der Bank netto nichts geändert hat, wird Cryan einige tiefere Einschnitte vornehmen müssen, um zu zeigen, dass er es mit den Kostensenkungen ernst meint“, sagte Jon Peace, Analyst bei Nomura Holdings in London. „Ein Abbau der Stellen im Umfang von zehn Prozent nach dem Verkauf der Postbank würde endlich die Glaubwürdigkeit stärken.“ Die Mitarbeiterzahl der Deutschen Bank lag Ende Juni 0,4 Prozent höher als Ende 2013, wie aus Firmenunterlagen hervorgeht. Reuters hatte früher am Montag über den möglichen Stellenabbau berichtet.
Laut ihrem Strategieplan will die Deutsche Bank den Ertrag stärken, indem die Kosten bis 2020 um rund 15 Prozent verringert werden. Zudem sollen die Aktiva im Investmentbankengeschäft bis 2018 um bis zu 17 Prozent schrumpfen. Geplant ist auch, bis zu 200 Filialen zu schließen und sich aus bis zu zehn Ländern zurückzuziehen. Wo und in welchem Umfang Stellen wegfallen werden, hat die Bank bisher nicht mitgeteilt. In Russland wird die Bank laut der informierten Person das Investmentbankengeschäft ganz oder größtenteils aufgeben.

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