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Karsten Rehfeldt ist Geschäftsführer von BBVS, Unternehmenstochter des Maklerpools Apella | © R. Mundzek

Insolvenz der VZ Bremen „Betriebliche Altersversorgung braucht Expertise“

Das war die Schlagzeile dieser Woche: Die Verbraucherzentrale Bremen muss wegen nicht ausreichend versicherter Verpflichtungen in der betrieblichen Altersversorgung einen Insolvenzplan erarbeiten. Im Anschluss an die Insolvenz soll sich die VZ wirtschaftlich neu aufstellen und in Eigenverantwortung restrukturiert werden. Die Insolvenz rührt erheblich am Selbstverständnis der Verbraucherschutzeinrichtung.

Auf der eigenen VZ-Webseite findet sich zum Thema betriebliche Altersversorgung folgende Aussage: „Arbeitnehmer sollten keine übereilten Entscheidungen treffen, sondern sich zielgerichtet informieren und unabhängig beraten lassen. Idealerweise sollten verschiedene Angebote verglichen werden.“

Bei den eigenen Mitarbeitern hat das offenkundig nicht geklappt. Grund für die Insolvenz sollen Fehler bei der betrieblichen Altersversorgung sein, berichtete der Weser-Kurier. Die Arbeitnehmer wurden angeblich dem falschen Versorgungsanbieter zugeordnet und hätten dadurch einen höheren Anspruch, als ihnen tatsächlich zusteht.

Unklar ist bislang, wer das zu verantworten hat und wie groß die Finanzierungslücke ausfällt. Der Vorstand haftet laut Aussage der VZ Bremen nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit. Mit diesem Beispiel bewahrheitet sich wieder einmal der Volksmund, wonach der Schuster selbst die schlechtesten Schuhe trägt. Genauso gut passt aber auch der Spruch „Schuster bleib bei deinen Leisten“.

Betriebliche Altersversorgung ist hochkomplex und muss permanent überwacht werden. In unserer Beratungspraxis stellen wir Anpassungsbedarf bei nahezu jedem Versorgungswerk fest. Der Reparaturbedarf an der Versorgung der VZ-Mitarbeiter ist offenkundig mangels ausreichender Expertise nicht entdeckt worden.

Inwiefern sich Verbraucher angesichts des aktuellen Fiasko künftig bei Beratungen der VZ Bremen auf ausreichende Fachkenntnis im Bereich Altersversorgung verlassen können, bleibt offen. Unabhängig von der Höhe der jetzt gefährdeten Altersvorsorgeverpflichtungen bleibt ein immenser Imageschaden für den Verbraucherschutz in Deutschland.

Angesichts der harschen Kritik, die von der Verbraucherzentrale oft an Finanzprodukten und Finanzberatung in der Vergangenheit geübt worden ist, konnte manch einer in der Finanzbranche eine gewisse Schadenfreude nicht ganz unterdrücken.

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