Ein Tablet-User in einem leeren Saal. Das Leben spielt sich zunehmend Online ab. Auch im Bereich Versicherungen sucht ein Großteil der Kunden nach Informationen im Web. Foto: Getty Images

Ein Tablet-User in einem leeren Saal. Das Leben spielt sich zunehmend Online ab. Auch im Bereich Versicherungen sucht ein Großteil der Kunden nach Informationen im Web. Foto: Getty Images

Insurtechs

Wie die Versicherungsbranche digital unter Druck gerät

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Die großen Versicherungskonzerne hinken dieser Entwicklung hinterher. Viele arbeiten zum Beispiel  noch mit veralteten Bestandsverwaltungssystemen. Diese auf moderne Software umzustellen ist enorm aufwendig. Bei Mobilisierung und Digitalisierung wird dies zu einem Hemmschuh, schreibt Ingo Steinhaus auf dem Portal IT-Zoom.

Außerdem würden die Anbieter die digitale Wirtschaft noch zu sehr nur als neuen Vertriebskanal ansehen und nicht als Möglichkeit, besser auf Kundenbedürfnisse zu reagieren. Die große Suche nach neuen digitalen Geschäftsmodellen läuft also.

Insurtech auf dem Vormarsch


Anders ist es bei den „Insurtechs“, also Start-up-Unternehmen, die neue digitale Geschäftsmodelle anbieten. „Die meisten dieser Jungunternehmen nutzen das Plattformprinzip. So gibt es verschiedene Vergleichsportale und Versicherungsmakler, die auf eine moderne und flott reagierende Benutzeroberfläche setzen. Andere Startups wie GetSafe oder Knip vermarkten Apps, die als mobiler Versicherungsmanager arbeiten und den Verzicht auf Aktenordner und Klarsichthüllen erlauben“, schreibt Steinhaus weiter.

Das Unternehmen Friendsurance dagegen bietet schon seit 2010 eine Art Facebook für Versicherungen an. Es baut Versicherte zu Gruppen zusammen, die Schäden erstmal unter sich regeln. Gesparte Beiträge gehen als Schadensfrei-Bonus zurück an den Kunden.

Das Modell des Start-ups AppSichern bietet Kurzfristversicherungen an, etwa bei Probefahrten beim Autohändler. Die Versicherung übernimmt dann eine Selbstbeteiligung im Schadenfall. Sie kostet 5 Euro und kann innerhalb weniger Minuten abgeschlossen werden.

27 Millionen Euro Startkapital flossen in die Start-ups

Die Beispiele zeigen, dass sich der Markt rapide weiterentwickelt. Alleine im vergangenen Jahr sind etwa 27 Millionen Euro Startkapital in die Branche geflossen – aber nur ganz selten von den Versicherungen selbst.

Wer mehr zum Thema erfahren will, für den ist eventuell die neue Roadshow von Morgen & Morgen, Defino und massUp das Richtige. Das Thema: „Digital einfach! Beratung im Wandel“. An fünf Terminen von Ende März bis Anfang Mai zeigen Branchenexperten deutschlandweit die „angenehmen“ Seiten der Digitalisierung. Hier gibt es weitere Infos dazu.

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