Die Fondsgesellschaft Allspring Global Investors ist entstanden, nachdem im November 2021 zwei Private-Equity-Gesellschaften das Fondsgeschäft der Bank Wells Fargo übernommen haben. Die beiden Häuser GTCR and Reverence Capital Partners halten zusammen rund 70 Prozent der Anteile an der neu benannten Gesellschaft, der Rest befindet sich zu gut 20 Prozent in den Händen der Allspring-Mitarbeiter und knapp 10 Prozent bei der ehemaligen Muttergesellschaft Wells Fargo.

Mit der Übernahme hat das Fondshaus nicht nur seinen Namen geändert, sondern hat auch einen neuen Chef bekommen: Seit mittlerweile fast zwei Jahren steht dort Joe Sullivan an der Spitze. Unter ihm ist Allspring im vergangenen Jahr stark expandiert – mit neu eröffneten Vertretungen in Mailand, Singapur, Hongkong und Tokio. Auch für Deutschland und den Dach-Raum hegt Allspring neue Pläne.

Zeit für ein Gespräch mit dem Allspring-Chef Joe Sullivan und dem globalen Vertriebschef Andy Sowerby.


DAS INVESTMENT: Nach dem Eigentümerwechsel wurde der Asset Manager Wells Fargo in Allspring Global Investments umbenannt. Woher kommt der Name
?

Joe Sullivan: Wir sind eine ganz neue Gesellschaft geworden und haben uns daher auch einen neuen Namen gegeben. „Allspring“ klingt inklusiv, hoffnungsvoll, frisch. Wir wollten damit auch unsere Unternehmensleitlinien zum Ausdruck bringen: Elevating investing to be worth more.

Es gibt weltweit eine große Zahl von Fondsgesellschaften. Wodurch wollen Sie im Wettbewerb hervorstechen?

Anzeige
Seoul, Tempelgarten und Skyline
Carmignac Portfolio Emergents
Wie Taiwan und Südkorea zu Schaltzentralen der KI-Welt aufsteigen
Asiens neue Tigerstaaten avancieren zu zentralen Treibern im globalen KI-Aufwuchs. Was Anleger jetzt wissen sollten, erläutert Schwellenländer-Expertin Naomi Waistell.
Jetzt lesen

Sullivan: Wir sind einer der größten Anleihemanager in der Fondsindustrie. Viele Menschen haben es gar nicht mitbekommen, aber wir managen mittlerweile fast 400 Milliarden US-Dollar allein in Anleihen. Dort bringen wir auch einen soliden, langfristigen Track Rekord mit. Darüber hinaus wollen wir einen frischen Blick auf das gesamte Geschäft werfen, auch jenseits vom bloßen Anlageergebnis und den Kosten. Wir wollen unseren Kunden ein gutes Kundenerlebnis bieten, zum Beispiel beim Onboarding oder beim Reporting. Diese Faktoren werden gerne übersehen. 

Wie wollen Sie Allspring weiterentwickeln?

Andy Sowerby: Wir möchten wachsen und dabei auf allen Gebieten diversifiziert sein. Diversifiziert nicht nur in dem Sinne, dass unsere Anlagen breit gestreut sind, sondern in unserem gesamten Geschäft: Wir sprechen Wealth-Kunden und Institutionelle an, in unterschiedlichen Ländern und über unterschiedliche Zugänge. Wir haben unser Standort-Netzwerk in neue Länder ausgebaut, sowohl in Europa und Asien. In lokalen Märkten wollen wir die Sprache unserer Kunden sprechen und auch in den jeweiligen Zeitzonen erreichbar sein. Wir bieten unterschiedliche Investment-Vehikel an: Publikumsfonds, Ucits-Fonds, private Mandate. In Zukunft könnten auch ETFs hinzukommen. 

 

Allspring befindet sich mehrheitlich im Besitz zweier Private-Equity-Gesellschaften. Was bedeutet das für Ihr Geschäft?

Sullivan: GTCR and Reverence Capital Partners sind für Allspring aktive Partner. Sie wollen mit uns ein gutes Geschäft aufziehen. Trotzdem agiert Allspring als unabhängiger Asset Manager.