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betriebliche Altersversorgung (bAV)
Reform der Rentenpolitik: „Die bAV sollte den höchsten Stellenwert bekommen“
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betriebliche Altersversorgung (bAV) Reform der Rentenpolitik: „Die bAV sollte den höchsten Stellenwert bekommen“

André Meissner, Head of Sales Canada Life, im Interview
André Meissner: Der Vertriebsleiter bei Canada Life Deutschland erklärt im Interview, welche Rolle die betriebliche Altersversorgung (bAV) in der Rentenpolitik hierzulande zukünftig spielen sollte. | Foto: Fotomontage mit Canva, DAS INVESTMENT

DAS INVESTMENT: Die Fokusgruppe private Altersvorsorge hat im Juli ihre Vorschläge veröffentlicht. Auch wenn die Reform der Riester-Rente und die Absage an einen deutschen Staatsfonds dabei am meisten Aufmerksamkeit erhielten, ging es hierbei um viel mehr, wie der Name des Gremiums andeutet. Welche Rolle sollte Ihrer Meinung nach beispielsweise die eher unscheinbar wirkende bAV in der deutschen Rentenpolitik zukünftig spielen? 

André Meissner: Die Fokusgruppe empfiehlt, das Modell eines öffentlich verantworteten Fonds nicht mehr weiterzuverfolgen. Die gesetzliche Rente, die bAV und die private Vorsorge reichen vollkommen aus. Warum also noch weitere Möglichkeiten anbieten? Das Betriebsrentenstärkungsgesetz hat mit der Einführung der gesetzlichen Zuschussplicht des Arbeitgebers nachweislich zu einem Schub bei der betrieblichen Altersversorgung geführt. Die bAV sollte daher in der Rentenpolitik den höchsten Stellenwert bekommen.

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Die Vorteile einer bAV liegen auf der Hand: Über den Arbeitgeber können besonders günstige Konditionen für das Kollektiv der Arbeitnehmenden erzielt werden. Die Arbeitnehmenden erreicht man am Arbeitsplatz persönlich und kann sie sehr gut für die Altersvorsorge sensibilisieren. Die bAV über den Chef hat einen verbindlichen Charakter und wird mit dessen Arbeitgeberzuschuss von mindestens 15 Prozent zu einer Entgeltumwandlung noch zusätzlich steuerlich und sozialversicherungsrechtlich gefördert

Inwiefern sehen Sie aber auch die gesetzlichen Regeln zur bAV reformbedürftig? Und welche Rolle spielt dabei die nach wie vor hohe Inflation hierzulande? 

Meissner: Ich begrüße die zentralen Empfehlungen der Fokusgruppe: Ausbau der Förderung von Geringverdienern nach Paragraf 100 Einkommensteuergesetz, Reduktion bei den Garantie-Anforderungen und Maßnahmen zur Vereinfachung. Eine insgesamt für den Arbeitgeber haftungsarme bAV könnte insbesondere bei der Verbreitung bei kleinen und mittleren Unternehmen helfen. Aktuell erschwert die bAV-Schriftformerfordernis durch die jüngste Novellierung des Nachweisgesetzes die Verwaltung für den Arbeitgeber deutlich. Zudem ist es bisher leider nicht möglich, bei Ausscheiden des Arbeitnehmers eine Versorgung über den Durchführungsweg Unterstützungskasse privat weiter zu führen. 

 

In Zeiten hoher Inflationsraten muss man seinen Fokus insbesondere auf lukrative Renditechancen setzen. Das erfordert auch einen anderen Umgang mit Garantien. Diese waren in Deutschland schon immer sehr wichtig. Doch traditionell gehandhabt – Stichwort 100-prozentiger Beitragserhalt – bremsen sie die Rendite-Entwicklung eindeutig aus. Endfällige Garantien könnten hier eine Lösung darstellen. Dann kann man bessere Renditechancen erzielen und am Ende mehr Erträge für die Rente, die dann auch höheren Inflationsraten standhalten. 

Wir wenden dieses Prinzip bereits seit rund 20 Jahren in unserem bAV-Tarif Generation Business an. Wir kombinieren renditeorientiertes Investment und Garantien, die bei Erfüllung der Bedingungen zum Rentenbeginn greifen. Unser hinterlegter Unitised-With-Profits (UWP)-Fonds brachte zum Ende Juli eine Rendite von 4,8 Prozent jährlich seit Auflegung im Januar 2004. Unser Garantie-Level liegt bei 90 Prozent Beitragserhalt. 

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Aus Kundensicht ist vorrangig eine sichere Geldanlage mit attraktiver Rendite wünschenswert. Aber was wollen Ihre Kunden in puncto Service, speziell mithilfe digitaler Tools? 

Meissner: Digitalisierungs-Angebote für die bAV sind auf mehreren Ebenen für unsere Kunden wichtig: Arbeitnehmende – vor allem die jüngeren - möchten ihre Betriebsrente deutlich lieber digital verwalten als in Papierform, wie wir aus einer Umfrage unter Erwerbstätigen wissen. Sie möchten ihre bAV vollständig verstehen, sie 24/7 und überall einsehen können. Einfache Informationen und regelmäßige Updates stehen ebenfalls hoch im Kurs. Und auch der Arbeitgeber profitiert als Kunde mehrfach von einer digitalen bAV-Verwaltung: Er positioniert sich als moderner Arbeitgeber – Stichwort Employer Branding. Und dann natürlich die ganz konkreten Vorteile: Er spart Zeit und Aufwand, da eine digitale bAV-Plattform die Verwaltungsprozesse automatisiert. Er kann seine bAV-Pläne zudem flexibler gestalten und leichter verschiedene Optionen und Modelle anbieten, die auf die Bedürfnisse seiner Mitarbeitenden genau passen. 

Mit welchen konkreten Angeboten kommen Sie diesen Ansprüchen entgegen? Und welchen digitalen Tools bieten Sie Vermittlern und Arbeitgebern? 

Meissner: Mit unserer digitalen bAV-Verwaltungsplattform Canada Life bAVnet kann man Betriebsrenten transparent, übersichtlich und ohne Papier verwalten. Versicherungsmakler oder der Arbeitgeber können Vertragsinformationen digital ändern – und sie nutzen dafür ein und dieselbe Plattform. Arbeitgeber können den Mitarbeitenden auch einen Zugriff auf ihre Verträge geben, so dass hier zum Beispiel auch Namens- und Adressänderungen selbstständig erledigen können. 

 

Canada Life bAVnet ist außerdem anbieterneutral – neben unserer Betriebsrente Generation Business im Durchführungsweg Direktversicherung kann man auch Verträge anderer Anbieter mit einem Login verwalten und mit wenigen Klicks zwischen den Verträgen einzelner Versicherer wechseln. Im Herbst kommt noch eine Neuerung hinzu: Die Postbox für Arbeitgeber – sie können mit ihr dann auch ihre komplette Korrespondenz mit den Arbeitnehmenden zu den bAV-Verträgen in digitaler Form abwickeln. Dazu gehören zum Beispiel die Namens- und Beitragsänderung. Auch lässt sich so die Versicherungspolice in digitaler Form zur Verfügung stellen. Tschüss Papier auf der ganzen Linie. 

Über den Interviewten: 

André Meissner leitet als Head of Sales bei Canada Life Deutschland den Vertrieb hierzulande. Er folgte in dieser Funktion zu Jahresbeginn auf Gerhard Schweigatz, der nach 22 Jahren in den Ruhestand gegangen ist. Meissner ist ebenfalls bereits seit 2001 im Vertrieb des Unternehmens tätig und berichtet an Igor Radović, der in der Executive Group der Canada Life Deutschland neben Vertrieb auch das Produkt-, Markt- und Vertriebsmanagement verantwortet. Der Lebensversicherer mit kanadischen Wurzeln setzt traditionell auf kapitalmarktorientierte Vorsorgeprodukte. Im Bereich bAV stieg das Neugeschäft im vorigen Jahr um 12 Prozent auf einen neuen Höchststand. Um Vermittler bundesweit zu unterstützen, besteht das hauseigene Team Consulting bAV aus Praktikern mit betriebswirtschaftlichem und juristischem Hintergrund.  

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