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Erstes Halbjahr 2023 Union Investment erzielt 5,7 Milliarden Euro Neugeschäft und kündigt Stellenabbau an

Hans Joachim Reinke ist Chef von Union Investment
Hans Joachim Reinke ist Chef von Union Investment | Foto: Union Investment

Union Investment hat trotz eines schwierigeren Marktumfelds im ersten Halbjahr 2023 positive Ergebnisse erzielt. In einem kürzlich geführten Interview mit der Börsen-Zeitung sprach der Vorstandschef Hans Joachim Reinke über die aktuelle Geschäftslage, zukünftige Investitionen und die strategische Ausrichtung des Unternehmens.

Union Investment erreicht gute Geschäftszahlen

"Vor dem Hintergrund des schwierigeren Umfelds bin ich mit den Zahlen von Union Investment für das erste Halbjahr sehr zufrieden", sagte Reinke im Interview. Anderthalb Dekaden lang habe der Asset-Management-Branche „die Sonne ins Gesicht geschienen“, führte der Union-Investment-Chef aus. "15 Jahre Zinsen runter, 13 Jahre Aktien hoch, da war es relativ einfach für die Branche." Die stark gestiegene Inflation und die in Folge dessen heftige Zinswende haben das Umfeld für die Vermögensverwaltungs-Branche jedoch spürbar verändert.

Insgesamt konnte Union Investment im ersten Halbjahr 2023 ein Neugeschäft von 5,7 Milliarden Euro verzeichnen. Vor allem das Geschäft mit Privatkunden war stark, mit einem Plus von 6,2 Milliarden Euro. Institutionelle Anleger zogen dagegen 0,5 Milliarden ab, unter anderem „weil sie Liquidität brauchten oder weil die Risikobudgets erschöpft waren“.

Trotz aller Herausforderungen betonte Reinke, dass die Fondsbranche nach wie vor eine Wachstumsbranche sei. Jedoch habe sich das Wachstum verlangsamt und die Risiken seien größer geworden.

 

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Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Treiber

Mit Blick nach vorne identifiziert Reinke erheblichen Investitionsbedarf in Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Im Bereich der Digitalisierung zielt das Unternehmen darauf ab, Kunden eine End-to-End-Lösung in einer App zu bieten. Bei der Nachhaltigkeit will Union Investment in Infrastruktur, Daten und deren Veredelung investieren.

Reinke betonte im Gespräch mit der Börsen-Zeitung zudem die Bedeutung von aktiven Managern im Bereich der nachhaltigen Geldanlage und erklärte, dass eine nachhaltige Geldanlage nur gelingen kann, wenn eine Auswahl zwischen den Titeln getroffen wird, also Stockpicking betrieben wird.

Im Interview kam auch die Bedeutung der privaten Altersvorsorge zur Sprache. Der Union-Investment-Chef begrüßte die jüngsten Entwicklungen in diesem Bereich. So lobte er die Arbeit der Fokusgruppe unter Staatssekretär Florian Toncar und betonte die Notwendigkeit einer evolutionären Weiterentwicklung von Riester.

Union Investment plant Stellenabbau

Die Transformation werde auch mit einer Umstrukturierung der Belegschaft einhergehen, erklärte Reinke. Das Unternehmen will bis 2026 rund 270 Stellen abbauen, auf betriebsbedingte Kündigungen soll jedoch verzichtet werden. Stattdessen soll der Stellenabbau sozialverträglich über Fluktuation und Altersteilzeit erfolgen.

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