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Eisberge in Grönland: Das Gletscherschmelzen ist eine der großen Herausforderungen fürs Klima in den nächsten Jahren, das sehen auch die Mitglieder der Pictet Advisory Boards. | © Getty Images

Interview mit Philippe Rohner Blick hinter die Kulissen von Pictet

Pictet verfügt über spezialisierte Thematic Advisory Boards. Was verbirgt sich dahinter?

Philippe Rohner: Sie sind eine wichtige Säule unseres thematischen Angebots und unterstützen unsere Portfoliomanager dabei, die langfristige Outperformance zu liefern, die Anleger von uns erwarten.

Zu jeder unserer eigenständigen thematischen Strategien existiert ein dediziertes Beratungsgremium, das idealerweise aus drei externen Beratern mit nachgewiesener Erfolgsbilanz in einer relevanten Funktion in einer Regierungsbehörde, umfassender Branchenkompetenz und/oder einer entsprechenden akademischen Position besteht.

Welche Voraussetzungen müssen die externen Berater mitbringen?

Rohner: Was den fachlichen Hintergrund der Beraterinnen und Berater betrifft, so arbeiten wir nicht nur mit bekannten Koryphäen zusammen. Das ist nicht zuletzt so, weil sie zumeist sehr sichtbar und ihre Ansichten entsprechend frei verfügbar sind. Wir suchen vielmehr nach Experten, die uns auf der Basis nachgewiesener Erfolge in der Branche oder als Unternehmer neue Einsichten vermitteln können, oder nach Wissenschaftlern, die eine innovative konzeptionelle Denkweise zeigen.

Zusammen mit den jeweiligen Portfoliomanagern bilden sie das Advisory Board, das zweimal jährlich formell zusammentritt. An diesen Sitzungen nehmen außerdem die Produktspezialisten zu dem jeweiligen Thema und abhängig von der Tagesordnung gelegentlich noch weitere Experten teil. Ich bin auf diesen Sitzungen für die Organisation und den Vorsitz zuständig.

Welchen Mehrwert bringen die Beratungsgremien?

Rohner: Wir sind davon überzeugt, dass das externe Fachwissen unseren Anlageteams dabei hilft, die Entwicklung unserer Themen besser zu verfolgen und zu managen.

Die Aufgabe des Advisory Boards ist nicht, sich an den Anlageentscheidungen als solchen zu beteiligen oder Titel für das Portfolio auszusuchen, sondern die Investmentmanager zu unterstützen.

Die Advisory Boards helfen dabei, den Verlauf eines Anlagethemas langfristig im Blick zu behalten und liefern spezifische Erkenntnisse zu kurzfristigeren Entwicklungen des Themas. Das hat den Vorteil, dass unsere Investmentmanager sich  ganz auf die Aspekte der Portfoliokonstruktion wie zum Beispiel die Titelselektion konzentrieren können, denn sie können darauf vertrauen, dass keine übergeordnete Entwicklung des „Big Picture“ unbemerkt an ihnen vorbeigeht.

Wie gelingt es den Advisory Boards, Themen neu zu positionieren? Können Sie ein Beispiel nennen?

Rohner: Die Advisory Boards haben uns immer wieder geholfen, unsere Haltung entweder zu bestätigen oder weiterzuentwickeln und unsere Themen neu zu positionieren. Jüngste Beispiele waren die Bestätigung der Strategien „Water“ und „Security“ und die letzte Neupositionierung unserer Strategie „Pictet Agriculture“ zu „Pictet Nutrition“ im Jahr 2017.

Damals hielten wir einen Workshop ab, an dem neben den Mitgliedern des Advisory Boards auch Experten des Copenhagen Institute of Future Studies (CIFS) teilnahmen. Die Gespräche trugen entscheidend zu der Erkenntnis bei, dass der Komplex der globalen Nahrungsmittelproduktion sich von der Frage der „Quantität“ – können wir genug Nahrung für die Welt produzieren? – zu einem eher konsumgesteuerten Fokus der „Qualität“ bewegte. Also wie können wir bessere Nahrungsmittel produzieren?

Kommen die Advisory Boards bei Ihnen in Genf zusammen?

Rohner: Normalerweise werden die Sitzungen der Advisory Boards tatsächlich in unseren Genfer Büros anberaumt, aber nicht immer. Zum Beispiel fand jüngst ein Advisory Board Meeting zu unserer Strategie „Timber“ in Shanghai statt. In diesem Rahmen haben wir außerdem an einer globalen Konferenz der Forstwirtschaft teilgenommen und einige lokale Standorte der Holzindustrie besucht.

Was verspricht sich Pictet AM von der Zusammenarbeit mit dem Copenhagen Institute?

Rohner: Hier ist wichtig zu wissen: Es gibt durchaus auch andere anerkannte Megatrends-Rahmen, die sicher ebenso geeignet wären. Dies vorausgeschickt, schätzen wir am CIFS besonders, dass der Megatrends-Rahmen tatsächlich der Grund für die Existenz des Instituts ist. Es handelt sich nicht einfach um eine allgemeine Forschungsgesellschaft. Ein gewisses Mass an Objektivität ist gewährleistet, weil es sich nicht um eine kommerzielle Non-Profit-Organisation handelt.

Weil der Auftrag des Instituts nicht anlageorientiert ist, denken wir, dass das CIFS uns eine gewisse Komplementarität bietet. Eine besondere Stärke des CIFS ist nachzuverfolgen, wie die Treiber und Auslöser von Megatrends sich entwickeln. Als Mitglieder des CIFS haben wir außerdem Zugriff auf proprietäre Forschungsergebnisse und Inhalte.

Was ist Ihre Aufgabe in diesem Rahmen?

Rohner: Meine Aufgabe ist, das Zusammenwirken des Advisory Boards zu organisieren, zu moderieren und zu managen und, was vielleicht das Wichtigste ist, die Ergebnisse zu steuern.

Als ich vor vierzig Jahren meine Laufbahn als Chemieingenieur begonnen habe, entschied ich mich dafür, mich auf die Umweltfragen zu konzentrieren, die mit der Wassernutzung durch eine große Ölgesellschaft verbunden waren. Damals hatte ich natürlich keine Vorstellung davon, dass ich einmal in meiner jetzigen Position landen würde.

Im Rückblick betrachte ich meine Laufbahn bei Pictet als eine natürliche Entwicklung, die als Aktienanalyst auf der Verkaufsseite vor zwanzig Jahren ihren Anfang nahm. Im Jahr 2002 wurde ich Portfoliomanager für die Wasserstrategie von Pictet bei Hans Peter Portner. In den letzten Jahren konnte ich zu meiner großen Freude  einen eigenen Beitrag  zur erfolgreichen Expansion unserer Thematic Equity-Plattform leisten.

Mitglieder des Advisory Boards:

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