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Interview mit Prof. Dr. Stefan Duchateau, Berater des PTAM Global Allocation UI-Fonds „In der Eurozone finden sich aktuell Chancen“

der fonds: Herr Duchateau, die Europäische Zentralbank hat jüngst ihr Anleihenkaufprogramm verlängert, obwohl die Wirkung der Geldflut von immer mehr Marktteilnehmern in Frage gestellt wird.

Stefan Duchateau: Diese Maßnahmen haben ihre Berechtigung und sind stimmig. Die Marktreaktion war folglich positiv. Allerdings muss das Bankensystem der Eurozone mehr Kredite an kleinere und mittlere Unternehmen vergeben, um das Wirtschaftswachstum durch Investitionen zu stimulieren. Bislang ist die Kreditvergabe in der Europäischen Union zwar gestiegen, aber noch nicht in ausreichendem Maße – im Gegensatz zu den USA.

Die sehr niedrigen Zinsen müssen deshalb weiterhin aufrechterhalten werden, sowohl im kurzfristigen als auch im längerfristigen Blickwinkel, damit der Erholungsprozess in der Eurozone nicht gefährdet wird. Die EZB kommt daher nicht umhin, bis weit ins Jahr 2017 hinaus an den Märkten zu intervenieren. Trägt dieser Ansatz Früchte? Das Glas ist halb voll, und zugleich halb leer: Die Indikatoren für Inflation gehen in die richtige Richtung, doch die Kreditvergabe stagniert weiterhin.

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Ist die EZB-Politik für die Märkte nicht gefährlich?

Duchateau: Sollten die bisherigen Maßnahmen  zu lange und zu umfassend betrieben werden, droht die Gefahr, dass die Finanzwirtschaft zu stark aus dem Gleichgewicht gerät. Ein abruptes Abbremsen der EZB-Politik wiederum wäre ebenfalls riskant: Würden die Zinsen rasant steigen, würde die fragile konjunkturelle Entwicklung in Italien, Spanien und anderen EU-Ländern abgewürgt. Infolgedessen könnten neue Probleme entstehen.

Tatsache ist jedoch, dass die Wirkung der Geldflut von immer mehr Marktteilnehmern in Frage gestellt wird…

Duchateau: Ich würde das Gegenteil behaupten: Die EZB-Maßnahmen sind für einige Marktteilnehmer ein rotes Handtuch, aber auch sie sollten die Kirche im Dorf lassen. Die EZB-Politik funktioniert, wenn auch noch nicht in vollumfänglichen Maße. Denn was wäre die Alternative? Jeder andere Ansatz hätte den Kollaps der Eurozone zur Folge und das wäre insbesondere für Deutschland und seine Stellung innerhalb der Exportmärkte verheerend.

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