Interview mit Starcapital-Verantwortlichen „Ich bin kein Klon von Peter E. Huber“

Manfred Schlumberger (li.) leitet seit 2019 das Portfoliomanagement bei Starcapital. Holger Gachot ist Vorstandsvorsitzender von Starcapital.   | © Piotr Banczerowski

Manfred Schlumberger (li.) leitet seit 2019 das Portfoliomanagement bei Starcapital. Holger Gachot ist Vorstandsvorsitzender von Starcapital. Foto: Piotr Banczerowski

DAS INVESTMENT: Peter E. Huber hat sich zum Jahresende mit 68 Jahren aus dem aktiven Geschäft von Starcapital zurückgezogen. Geht damit eine Ära zu Ende?

Manfred Schlumberger: Ja, klar. Peter E. Huber hat Starcapital nach seinem Einstieg im Jahr 2000 maßgeblich mit aufgebaut und sich als leidenschaftlicher Kapitalmarktexperte einen Namen gemacht. Während seiner Zeit hier im Unternehmen wuchs das verwaltete Vermögen von damals rund 40 Millionen D-Mark auf 2 Milliarden Euro.

Wie geht es im Hause Starcapital nun ohne ihn weiter?

Schlumberger: Der Übergang erfolgt nahtlos. Denn Huber hat im Lauf der vergangenen Monate die Verantwortung für das Management der von ihm betreuten Fonds und auch die Gesamtverantwortung und Leitung für das Portfoliomanagement nach und nach an mich und mein Team übergeben. Zum 1. Januar 2019 habe ich auch die Verantwortung für das letzte von Huber gemanagte Produkt, den ehemals Starcapital Huber Strategy 1, jetzt Starcapital Strategy 1, übernommen.

Wird er hin und wieder noch bei Ihnen im Haus vorbeischauen?

Schlumberger: Davon gehe ich fest aus, er wohnt ja nicht weit entfernt. Ohnehin bleibt er uns als Mitglied des Anlageausschusses für den Starcapital Strategy 1 treu. Weder mit Anleihen noch mit Aktien war 2018 ein Blumentopf zu gewinnen. Value-Strategen hatten in den vergangenen zehn Jahren mehr Gegen- als Rückenwind.

Verpassen Sie dem Unternehmen in der Post-Huber-Ära nun Ihren eigenen Stempel?

Schlumberger: Ich bin kein Klon von Peter E. Huber, aber unsere Grundphilosophie ist die gleiche. Auch ich lege aktiv, bewertungsorientiert und unabhängig von einer Benchmark an. Und ich bin es gewohnt, antizyklisch zu investieren, wenn sich an den Märkten in Rückschlägen Chancen eröffnen.

Manche Anleger verfolgen das Ziel, in Fondsmanager zu investieren. Haben Ihre überwiegend semi-institutionellen Kunden mit dem Weggang Hubers Geld abgezogen?

Holger Gachot: Ja, das ist so. Das betrifft in erster Linie Dachfondsmanager. Es ist durchaus üblich, dass diese mit der Philosophie, in Manager und nicht in Fonds zu investieren, aus Produkten aussteigen, wenn das Management wechselt. Das war uns aber auch bewusst.

Wer trifft heute im Portfoliomanagement die Entscheidungen?

Schlumberger: Ich verantworte als Nachfolger Hubers nun den diskretionären Teil im Portfoliomanagement und damit den antizyklischen Anlageansatz von Starcapital. Mein Kollege Markus Kaiser ist unverändert für die regelbasierten Anlagestrategien zuständig.

2018 übernahm Starcapital die Boutique Mars Asset Management. Welche Pläne hegen Sie dort?

Schlumberger: Wir verfolgen weiterhin unser diskretionäres, antizyklisches und bewertungsorientiertes Konzept. Und andererseits den regelbasierten und damit eher prozyklischen und momentumgetriebenen Ansatz unter Markus Kaiser.

Wie passt der Mix zu Ihrem vermögensverwaltenden Konzept?

Gachot: Wir halten an unserem vermögensverwaltenden Ansatz bei allen unseren Anlagekonzepten fest, angefangen bei Aktien- und Rentenfonds über Mischfonds bis hin zu unseren Spezialfondsvarianten. Das heißt, wir sichern uns und unsere Anleger gegen Marktverwerfungen so weit wie möglich ab. Das ist die Gemeinsamkeit, ob man nun als Antizykliker oder eher momentumgetriebener Anleger unterwegs ist. Aber wir entwickeln uns natürlich auch weiter.