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Interview zu Mifid II mit Christian Machts von Blackrock „Werden die Fondskosten sinken?“

Christian Machts leitet bei Blackrock seit April 2013 das Privatkundengeschäft in Deutschland, Österreich und Osteuropa
Christian Machts leitet bei Blackrock seit April 2013 das Privatkundengeschäft in Deutschland, Österreich und Osteuropa | Foto: Piotr Banczerowski

DAS INVESTMENT: Hand aufs Herz, haben Sie Mifid II komplett verstanden?

Christian Machts: Ich denke schon. Aber wir haben wahrscheinlich alle noch nicht verstanden, wie es sich auf den Markt genau auswirken wird. Anforderungen, technische Umsetzung, Daten und sämtliche Prozesse sind so weit völlig klar. Unklar ist dagegen, wie sich Berater, Produktnutzung und Kundengespräche verändern. Es kann bis zu zwei Jahre dauern, bis wir hier vollständig Bescheid wissen.

Gibt es bis dahin ein Beratersterben?

Machts: Ich gehe davon aus, dass einige Berater und Organisationen die neuen Anforderungen nicht umsetzen wollen oder können. Vor allem bei Multi-Produkt-Vertrieben wird es eine echte Investitionsentscheidung, ob man im Wertpapiergeschäft bleiben will oder aussteigt.

Und der Regulierer nimmt das in Kauf?

Machts: Er verfolgt das einfache und in Teilen vielleicht sogar notwendige Ziel, die Wertpapierberatung weiter zu verbessern. Dabei stellt er einige zusätzliche Anforderungen, damit der Endkunde besser versteht, in was genau er investiert. Ob er mit Mifid II über dieses Ziel hinausschießt, darüber gibt es sehr unterschiedliche Ansichten.

Ihre Meinung dazu?

Machts: Ich bewerte die Anforderungen erst einmal als gut. Sie helfen beim Thema Transparenz in allen Belangen der Vermögensanlage und des Vermögenaufbaus in Deutschland. Und wer diese Anforderungen nicht erfüllen kann oder will, der wird sein Geschäft auf den Prüfstand stellen müssen, adjustieren oder auch einfach sein lassen. Das ist sicher nicht die Absicht des Regulierers, kann aber eine Folge sein.

Wollen die Kunden überhaupt die vielen Mehrinformationen?

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