Invesco Asia Infrastructure Fund

Gemessen am Bruttoinlandsprodukt dürften die Chinesen im kommenden Jahr Deutschland als drittgrößte Volkswirtschaft ablösen. In den vergangenen fünf Jahren ist Chinas Wirtschaft jeweils um mindestens 10 Prozent gewachsen. Auch 2008 dürfte sie wieder zweistellig zulegen. „Der Boden für ein gesundes Wachstum in der ganzen Boomregion ist der Ausbau der Infrastruktur“, erklärt Maggie Lee, Managerin des Asia Infrastructure Fund (WKN: A0J KJC) der britisch-amerikanischen Fondsgesellschaft Invesco. „Nur so sind weitere Produktivitätssteigerungen möglich.“ 

Gemeinsam mit Co-Manager Chandrashekhar Sambhshivan setzt Lee daher auf Unternehmen, die in Asien neue Straßen und Schienen, Häfen und Flughäfen oder Strom- und Wasserleitungen bauen und erhalten. Dabei suchen sie von der Projektentwicklung über den Bau bis zum Betrieb nach interessanten Firmen.

„Diese Branchen werden vom starken Wachstum in Asien dauerhaft profitieren“, erklärt Lee. Die fünf Städte mit dem weltweit schnellsten Bevölkerungswachstum befinden sich allesamt in Asien. Das beschert den Bauunternehmen der Region viele Aufträge, auch für neue Gebäude und Telekommunikationsnetze. 

Da der Fonds den Bereich Infrastruktur im Fokus hat, zeigt sich in der Sektorgewichtung ein deutlicher Unterschied zwischen dem Branchenfonds und seinem Vergleichsindex, dem breit aufgestellten MSCI Asia Pacific ex Japan. Dort sind Finanztitel mit mehr als einem Drittel des Index am stärksten vertreten. Im Fonds sind es nur 6,5 Prozent. Stattdessen gewichten die beiden Fondsmanager Industriewerte deutlich über. 43,6 Prozent beträgt ihr Anteil am Fondsportfolio. Beim Index sind es nur 12,7 Prozent. 

Bei der regionalen Aufteilung des Fondsportfolios gewichten Lee und Sambhshivan zurzeit Indien und Singapur deutlich über. Ihr wichtigster Investitionsstandort ist ihr Arbeitsort Hongkong. Von dort aus können sie in Länder des gesamten asiatisch-pazifischen Raumes investieren. „Unsere Kernmärkte sind aber China, Indien, Singapur und Australien“, so Lee. „Nur dort halten wir bedeutende Positionen.“ 

Das Managerduo des 4,9 Milliarden US-Dollar schweren Fonds setzt vor allem auf große Unternehmen: Die durchschnittliche Marktkapitalisierung der 120 Aktien im Fonds beträgt 53,4 Milliarden Euro. Zu ihren Favoriten zählen derzeit die großen indischen Industrietitel Bharat Heavy Elec und Reliance Industries sowie die Immobiliengesellschaft China Res Enterprise. Die Nummer 1 im Portfolio ist aber der Telekomtitel China Mobile.

Der Investmentstil von Lee und Sambhshivan lässt sich weder als klassischer wachstums- noch als wertorientierte Anlagestrategie beschreiben. Stattdessen suchen sie laut Lee nach „Growth at reasonable Price“ - Wachstum zum vernünftigen Preis.

Mit dieser Anlagestrategie waren die beiden Fondsmanager erfolgreich: Auf Jahressicht stieg der Fonds um 64,5 Prozent. Beim MSCI Asia Pacific ex Japan sind es nur 38,6 Prozent. Die Durchschnittsperformance aller Aktienfonds für den asiatisch-pazifischen Raum ohne Japan liegt nach Angaben der Rating-Agentur Morningstar bei 31,6 Prozent. Das Unternehmen vergibt an den erst im März 2006 aufgelegten Fonds noch keine Note.

„Die Anlageklasse Infrastruktur bietet langfristig orientierten Investoren aber nicht nur attraktive Renditen“, sagt Fondsmanagerin Lee. „Die Nachfrage nach Infrastruktur ist enorm und weitgehend unabhängig von der Konjunktur.“ Daher seien die Unternehmensgewinne vergleichsweise stabil und gut vorherzusehen. „Außerdem ist es eine Möglichkeit, das Portfolio zu diversifizieren“, so Lee weiter. 

Fondswährung ist der US-Dollar. Die Mindestanlage des Fonds beträgt 1.500 Euro Dabei wird ein Ausgabeaufschlag von bis zu 5,25 Prozent fällig. Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 1,5 Prozent.

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