Im Wettbewerb um Anlegergelder entscheiden oft Nachkommastellen. Zum 1. April 2026 senkt Invesco die jährliche Verwaltungsgebühr für seinen Invesco MSCI World Ucits ETF (ISIN: IE00B60SX394) von bisher 0,19 auf 0,05 Prozent – und macht den 6,6 Milliarden US-Dollar schweren Fonds damit zum günstigsten seiner Klasse. Der Marktdurchschnitt vergleichbarer Produkte liegt nach Unternehmensangaben bei rund 0,20 Prozent pro Jahr.

Preiskampf im ETF-Markt verschärft sich

Der Schritt ist kein Einzelfall, sondern folgt einer strukturellen Logik: Je mehr Kapital in einen Fonds fließt, desto geringer werden die Fixkosten je investiertem Euro. Das in europäischen ETFs verwaltete Vermögen hat nach Angaben von Invesco zuletzt die Marke von 3,5 Billionen US-Dollar überschritten. Invesco selbst rechnet mit einer Verdopplung dieses Volumens innerhalb der nächsten fünf Jahre.

Für das Unternehmen selbst war das Wachstum der Branche ein erheblicher Treiber. „Als globaler ETF-Anbieter mit einem verwalteten Vermögen von 1 Billion US-Dollar hat Invesco sehr stark vom Wachstum der ETF-Industrie profitiert“, sagt Gary Buxton, Head of Product EMEA. Mit der Gebührensenkung wolle man sich nun für weiteres Wachstum positionieren.

Matthew Tagliani, Head of EMEA ETF Product bei Invesco, ergänzt: „Durch diese Gebührenanpassung ist unser MSCI World ETF mit einer Jahresgebühr von 0,05% jetzt genauso günstig wie unsere bestehenden ETFs auf den MSCI USA, den S&P 500 und den EURO STOXX 50.“

Strukturvorteil durch Swap-Replikation

Der Fonds repliziert den MSCI World nicht physisch, sondern über Swaps – dieselbe Methode, die Invesco auch für seinen 50 Milliarden Dollar schweren S&P-500-ETF nutzt, den nach eigenen Angaben größten swapbasierten ETF weltweit. Dieses Modell bringt laut Invesco seit 2018 in bestimmten Märkten einen reduzierten Quellensteuersatz auf Dividenden mit sich, der gegenüber physisch replizierenden Fonds einen strukturellen Vorteil von etwa 0,05 Prozent pro Jahr ergibt.

Invesco verwaltet konzernweit ein Vermögen von über 2,257 Billionen US-Dollar (Stand: Februar 2026).