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Kostolany, Buffett & Co Investieren – aber mit welchem Investmentstil?

André Kostolany
André Kostolany: Legendärer Investor | Foto: Imago Images / Teutopress

Jede Anlegergeneration scheint sich an einer für ihre Zeit eigenen Person zu orientieren. In den 1970er bis in die 1990er Jahre beeinflussten die Thesen von André Kostolany viele Anleger, der unter anderem den Begriff der „zittrigen Hände“ prägte. Auch der Spruch „Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten, und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich“ wird ihm zugeschrieben. Gerade dieser Ausspruch zeigt aber auch, dass man sich nicht an einfachen Heuristiken orientieren kann.


Der in dem Ausspruch von Kostolany verkörperte Grundsatz des langfristigen Investierens ist zwar richtig, aber es wäre falsch, sich die Papiere nicht mehr anzuschauen. Aktien vieler Unternehmen sind im Lauf der Zeit vom Börsenzettel verschwunden, da die Unternehmen insolvent wurden.

Auch die Börsenweisheiten des der heutigen Generation vertrauteren Investors Warren Buffett sollte man mit Vorsicht genießen. Zwar lassen sich viele Argumente für seinen Investmentstil des „Value Investing“ vorbringen, aber auch für diesen Stil gilt, dass er möglicherweise nicht mehr zeitgemäß ist. In der Tat haben „Value-Aktien“ seit der Finanzkrise gegenüber Wachstumsaktien nachweislich schlechter abgeschnitten wie ein einfacher Vergleich der entsprechenden Sub-Indizes im S&P zeigt.

Neben Wachstum und Value hat sich seit einigen Jahren ein dritter Stil etabliert, der mit „Qualität“ bezeichnet wird und ebenfalls in vielen Indizes explizit abgebildet wird. Auch der Stil „Turnaround“ besitzt eine hohe Attraktivität, da die Aktien in dieser Gruppe weniger abhängig von Zyklen und Modethemen sind. Das Nebeneinander verschiedener Stilrichtungen bedeutet für den Anleger, dass er sich die Vor- und Nachteile der Stile bewusst machen muss. Qualitätsaktien haben zum Beispiel in einem schwächeren Marktumfeld oftmals besser abgeschnitten als die Aktien der anderen Stilrichtungen.


Entscheidend ist jedoch, dass der Anleger erkennt, dass die Fortschritte bei vielen Technologien zu derart schnellen Umwälzungen in Wirtschaft und Gesellschaft führen, dass die Lebensdauer vieler Unternehmen stark verkürzt wird. Am besten wird das deutlich an der Künstlichen Intelligenz (KI). Sie verändert nicht nur die Arbeitsprozesse in den Unternehmen, sondern unmittelbar auch die Gesellschaft.

Wie ein Blick in die bahnbrechende Entwicklung von Text- und Spracherkennungsmodellen auf der Basis der Technologie der Transformer (GPT-3) zeigt, wird die Zukunft wohl auch weiter von Wachstumsunternehmen bestimmt. Soweit ihre Umsätze von Software getrieben werden, sind sie auch nicht abhängig von steigenden Rohstoffpreisen.

Über den Autor:

Jürgen Brückner ist Portfoliomanager bei Frankfurter Vermögen in Bad Homburg.

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