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Persil-Pakete werden für den Vertrieb fertiggestellt. Der Konsumgüterkonzern Henkel ist im Klebstoff- und Waschmittelgeschäft gut aufgestellt und deswegen für Investoren interessant, meint Guinness-Fondsmanager Ian Mortimer. | © Getty Images

Investieren in Zeiten der Krise

„Ein langer Atem zahlt sich am Markt immer aus“

Ian Mortimer, Fondsmanager bei Guinness Asset Management

Ein gutes Beispiel für eine Anlage, die sich unabhängig von geopolitischen Ereignissen gut entwickelt ist der deutsche Konsumgüterhersteller Henkel, dessen Aktienkurs sich in den vergangenen zehn Jahren nahezu vervierfacht hat, und das bei regelmäßig stabilen Dividenden. Genau diese anhaltend hohen Kapitalrenditen - wenn auch in den letzten drei Jahren rückläufig - auf hohem Niveau und deutlich über den Kapitalkosten, machen den Titel für den Guinness Global Equity Income Fund so interessant. Die Aktienkursschwäche der jüngsten zwei bis drei Jahre bot einen guten Einstiegspunkt. Trotz des verlangsamten Umsatzwachstums haben sich die Margen aufgrund des effektiven Kostenmanagements gehalten.

Im Klebstoffgeschäft ist Henkel Marktführer und sehr kundennah, so dass das Wettbewerbsrisiko gering ist, aber immer noch auf einen zyklischen Endmarkt konzentriert ist. Die Waschmittelsparte verfügt über herausragende Marktanteile und eine gute Positionierung in wachsenden Schwellenländern, steht aber unter Druck – wie andere Unternehmen der Branche auch, die mit Innovation und Wettbewerb zu kämpfen haben. Ähnlich verhält es sich mit dem Beauty-Geschäft.

Wettbewerber wie P&G profitierten deutlich von der Fokussierung und Anpassung des Geschäftsmodells - ein Potenzial für Henkel, hier ähnlich zu handeln. Henkel verfügt über eine saubere Bilanz mit geringer Verschuldung, die das Risiko senkt, und der hohe Anteil an Aktien in Familienbesitz bedeutet langfristiges Denken. Genau das macht ein solches Unternehmen interessant.

Marktturbulenzen nutzen

Wichtig für langfristig orientierte Anlagen ist, dass man das Portfolio nicht auf der Grundlage kurzfristiger Ansichten darüber anpasst, wie sich die Welt von einem wirtschaftlichen oder geopolitischen Standpunkt aus entwickeln könnte. Aber diese Risiken muss man natürlich berücksichtigen.

Beispielsweise bedeutet eine erhöhte Währungsvolatilität für ein Unternehmen aus Schwellenländern, dass wir versuchen würden, dieses mit einem größeren Rabatt als ein Unternehmen aus entwickelten Märkten zu kaufen. Während der jetzt schon fast neunjährigen Laufzeit des Guinness Global Equity Income Fund sind zahlreiche Krisen aufgetreten, die die Aktien- und Anleihemärkte immer wieder erschüttert haben: die griechische Staatsverschuldung im Jahr 2011, die US-Kreditherabstufung im Jahr 2012, den Ölpreisausverkauf im Jahr 2014, der Einbruch der chinesischen Börse im Jahr 2015, die Wachstumssorgen in China im Jahr 2016, die Volatilitätssteigerung und den Technologieausverkauf im Jahr 2018. Dennoch hat sich unsere Anlagestrategie, bei der wir auf ein kontinuierliches Dividendenwachstum schauen, und nicht auf eine kurzfristige Dividendenrendite, in genau diesen Krisen bewährt.

Der Ansatz von Guinness Asset Management ist es, in qualitativ hochwertige Unternehmen mit guten Bilanzen zu vernünftigen Kursen  zu investieren, die eine Dividende ausschütten und langfristig ihr Geschäft erfolgreich ausbauen können. Unser Ansatz schneidet natürlich in schwachen oder volatilen Märkten sehr gut ab, aber auch mit steigenden Märkten hält er mit, da wir uns nicht nur auf sehr ‚defensive‘ Unternehmen wie aus der Versorgungs-  oder Telekommunikationsbranche konzentrieren.

Digitaler Zahlungsverkehr und Cloud Computing bleiben unabhängig 

Dadurch wird deutlich, dass sich vor allem am Binnenmarkt orientierte Unternehmen von der sich verändernden Handelslandschaft unabhängiger entwickeln können, trotzdem aber längerfristig betroffen sein können, wenn sie außerhalb ihres Heimatmarktes wachsen wollen. Gute Wachstumschancen bieten auch Unternehmen mit sehr starken spezialisierten globalen Themen wie digitaler Zahlungsverkehr oder Cloud Computing, die kurz- bis mittelfristig ebenfalls unabhängiger von Handelskriegen oder beispielsweise dem Brexit agieren können. Wenn aber die Handelskriege zu einem niedrigeren Wirtschaftswachstum im Allgemeinen führen, wird dies letztendlich auch Auswirkungen auf die meisten Branchen haben.

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