„Investieren ist kein Selbstzweck“ Baillie Gifford: Asset Manager spekulieren zu viel

Dax-Chart an der Börse Frankfurt: Da aktive Manager die Kosten in die Höhe treiben, sehen Anleger ETFs zunehmend als Alternative. | © Getty Images

Dax-Chart an der Börse Frankfurt: Da aktive Manager die Kosten in die Höhe treiben, sehen Anleger ETFs zunehmend als Alternative. Foto: Getty Images

Stuart Dunbar stellt seiner Branche ein vernichtendes Zeugnis aus. Sie biete Fehlanreize und belohne Fondsmanager, die „im Ringen um den kurzfristigen Gewinn am besten davonkommen“, schreibt der Partner bei der schottischen Investmentgesellschaft Baillie Gifford. Anstatt das Geld langfristig anzulegen und neben einer angemessenen Rendite für die Investoren auch einen Mehrwert für die Realwirtschaft zu schaffen, würden viele Fondsmanager zu viel spekulieren und damit ungerechtfertigt hohe Verwaltungskosten verursachen.

Kundeninteressen sei damit nicht gedient, so der Finanzexperte. Schließlich wollten Anleger Erträge erwirtschaften und nicht den Finanzmarkt über Gebührenzahlzungen aufblasen. „Kein Wunder, dass durchschnittliche Exchange Traded Funds (ETF) immer mehr Sparern als gute Alternative erscheinen“.

Das nur an kurzfristigen Zielen ausgerichtete Handeln von Investmentmanagern befördere Ineffizienzen an den Kapitalmärkten. Die Tätigkeit der Investmentprofis drohe so zum Nullsummenspiel und bloßen Selbstzweck zu werden, erklärt Dunbar und fordert die Brache auf, „über flüchtige Entwicklungen hinauszudenken“ und „das Kapital dorthin zu tragen, wo Forscher und Entwickler an Erfindungen und Unternehmer an innovativen Geschäftsmodellen feilen“.