Investment-Experte von Laureus Privat Finanz Das Problem mit dem Market Timing

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Nur 3 bis 5 Tage entscheiden über Erfolg und Misserfolg

Zur Verdeutlichung haben wir Anfang Oktober die letzten 12 Monate beim Dax analysiert, der in diesem Zeitraum ca. 22 Prozent zugelegt hat. Hätte man die 5 besten Tage in diesem Zeitraum verpasst, dann hätte man nur eine Rendite von ca. 9,4 Prozent erwirtschaftet.

Wenn man zum richtigen Zeitpunkt einsteigen möchte, müsste man jedes Jahr diese fünf Tage genau treffen – bei rund 250 Handelstagen pro Jahr keine leichte Aufgabe. H. Nejat Seyhun, Professor an der University of Michigan, hat 7802 Handelstage von 1963 bis 1993 untersucht und ist zu dem Schluss gekommen, dass in diesen 30 Jahren gerade mal
90 Tage 95 Prozent der Rendite generierten. Das sind im Schnitt drei Tage pro Jahr. Jedes Mal, wenn man den Markt verlässt, geht man somit das Risiko ein, genau diese drei Tage zu verpassen. Für den perfekten Einstieg hat man damit praktisch eine Trefferquote von lediglich 3 zu 247. Vor allem für Privatanleger wird damit klar, wie schwierig es ist, das richtige Timing zu erwischen.

Was Anleger tun können

Das heißt natürlich nicht, dass man einfach blind im Markt investiert bleiben, sondern das Gesamtrisiko stets im Blick haben sollte. Insbesondere in Phasen hoher Marktbewertungen sollten deshalb vereinzelt Gewinne realisiert und somit das Risiko verringert werden.

Professionelle Anleger agieren hierbei in der Regel rationaler und systematischer als private Investoren. Anstatt sich als Privatanleger auf das "richtige Timing" zu verlassen, sollte man sich auf ein durchdachtes Portfolio onzentrieren. Ein breit gestreutes Portfolio, kombiniert mit einer langfristigen Anlagestrategie sorgt dafür, dass man nicht auf Glück angewiesen ist, nachts ruhiger schlafen kann und auch noch die Investoren schlägt, die durch "Market Timing" Gefahr laufen, die guten Tage zu verpassen und die schlechten Tage mitzunehmen.

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