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Pakete in einem Treppenhaus: In der Corona-Krise legte der Versanhandel zu - allerdings nur bei Produkten, die auch im stationären Handel stark nachgefragt sind. Online-Händler wie der Bekleidungsversand Zalando verzeichneten Einbrüche. | © imago images / Pius Koller Foto: imago images / Pius Koller

Investmentchef der Bethmann Bank

„Anleger sollten sich bei Aktien noch zurückhalten“

Reinhard Pfingsten
Foto: Bethmann Bank 

Bei so ziemlich allen wichtigen Indizes zeigt sich das gleiche Bild: Seit den Tiefpunkten im März sind sie wieder rasant nach oben gestiegen. Beim Dax, Dow Jones oder MSCI World beläuft sich das Plus auf 25 bis 28 Prozent. Die Aktienanleger preisen bereits ein, dass die Unternehmen den Lockdown beenden und langsam die Produktion wieder hochfahren. Das gilt analog auch für den Dienstleistungssektor.

Tatsächlich haben beispielsweise Daimler und Volkswagen auch Werke in Europa wieder gestartet - wenn auch erst einmal im Ein-Schicht-Betrieb. In China läuft die Produktion schon länger. Und in den USA wollen unter anderem GM, Ford und FCA den nahezu vollständigen Stillstand im Mai zu beenden. So wie in der Autobranche sieht es in vielen anderen Bereichen aus.

Leider ist zu befürchten, dass das Hochfahren der Produktion länger dauert als erwünscht und auch länger als erwartet. Es ist sehr viel komplexer, ein Werk wieder zu starten, als es zu stoppen. Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen wie Mindestabstände, eine verringerte Belegschaft und möglicherweise fragile Lieferketten werden den Output spürbar begrenzen. Das wird wahrscheinlich so lange andauern, bis ein Impfstoff entwickelt wird und in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht. Das wird laut Experten allerfrühestens im Herbst der Fall sein, wahrscheinlich eher erst im kommenden Jahr. Bis dahin wird es weiterhin verschiedene Beschränkungen geben, um die Gesundheitssysteme nicht zu überlasten.

Dazu kommt, dass jetzt höchstwahrscheinlich Zweitrunden-Effekte einsetzen. Menschen in Kurzarbeit oder ganz ohne Job werden sicherlich nicht als erstes über den Kauf eines neuen Autos nachdenken. Das Gefährliche an der gegenwärtigen Krise ist, dass es sich außer um einen Angebots- auch um einen Nachfrageschock handelt. Das gilt sogar für den Online-Handel.

E-Commerce bricht 20 Prozent ein

Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel berichtete Anfang April von deutlichen Umsatzverlusten von durchschnittlich einem Fünftel bei den Online-Shops. Nur Waren, die auch im stationären Einzelhandel stark gefragt sind, verzeichneten Zuwächse, also Lebensmittel, Drogerieartikel, Medikamente und Waren aus Baumärkten. Beim Rest sieht es mau aus.

Das Ifo-Institut rechnet damit, dass sich die deutsche Wirtschaft erst wieder Ende 2021 auf Vorkrisenniveau bewegt. Im laufenden Quartal erwarten die Konjunkturforscher einen Einbruch der Wirtschaftsleistung um mehr als zwölf Prozent. Für das Gesamtjahr sagen sie ein Minus von 6,2 Prozent voraus. Das ist mehr als 2009 während der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise. Und wahrscheinlich steht Deutschland noch vergleichsweise gut da.

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