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EZB-Chefin und Währungshüterin Christine Lagarde bekräftigte erneut, dass es nicht Aufgabe der EZB sei, Risikoaufschläge zu senken.   | © imago images / PanoramiC Foto: imago images / PanoramiC

Investmentchef von Bluebay AM

„Die Führungsschwäche der EZB wird zum Risiko“

Die Lieferketten dürften wahrscheinlich für die kommenden Monate unterbrochen sein und die Nachfrage ist beeinträchtigt. Eine V-förmige Erholung dürfte daher immer unwahrscheinlicher werden. Einer raschen Erholung steht nicht zuletzt entgegen, dass es in vielen Ländern Regierungen darauf anlegen, eine Botschaft der Angst in der Gesellschaft zu verbreiten, um die Einhaltung des Lockdown zu fördern. Diese Stimmung könnte noch monatelang anhalten, selbst wenn sich die offiziellen Verlautbarungen zu ändern beginnen. 

Über das Ergebnis der jüngsten EZB-Sitzung sind wir enttäuscht. Trotz der Ankündigung, dass Umfang und Zusammensetzung der Käufe von Vermögenswerten bei Bedarf angepasst werden, hat Christine Lagarde erneut die Gelegenheit nicht genutzt, um den Fauxpas zu korrigieren, den sie bei der letzten Sitzung gemacht hatte: An den Märkten kam nicht gut an, dass sie sagte, es sei nicht Aufgabe der Zentralbank, die Spreads von Staatsanleihen zu verwalten. Von den Marktteilnehmern wurde eigentlich eine Bekräftigung erwartet, dass es die Aufgabe der Zentralbank sei, die Finanzstabilität zu untermauern.

Es sei Pflicht der Zentralbank, in diesen schwierigen Zeiten akkommodierende finanzielle Bedingungen in den Ländern zu fördern, die die Eurozone bilden. Darüber hinaus herrscht der Eindruck vor, dass die europäische Reaktion im Vergleich zu den Maßnahmen der US-Zentralbank nicht sehr überzeugend ist. Es scheint ein wachsendes Risiko zu bestehen, dass ein Mangel an Führungsstärke und der Wunsch nach einer einvernehmlichen Entscheidungsfindung zu einem Ergebnis führt, das in Europa zu spät zu wenig erreicht

 

Hier lesen Sie den ausführlichen Kommentar von Bluebay AM.

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