Investmentchef von DNCA Finance

Europa-Aktien: KGV von 13 für 2015

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Die aktuelle Korrekturphase unterscheidet sich klar von den vorigen Krisen 2008 und 2011, die man als „systemisch“ bezeichnen muss: Damals betrug die Korrektur 20 bis 25 Prozent. Heute korrigieren die europäischen Aktienmärkte nach einer zweijährigen Hausse um 10 Prozent und das ist eher konjunkturell bedingt.

Hinzu kommen die geopolitischen Risiken im Mittleren Osten, die schwer einzuschätzen sind. Wir gehen dennoch davon aus, dass diese Situation langfristig keinen Einfluss auf die Ergebnisse hat. Das Embargo des Westens würde der hiesigen Konjunktur erst dann nachhaltig schaden, wenn Energielieferungen ausblieben – Europa importiert immerhin 25 Prozent seiner Energie aus Russland. Aber auch die russische Wirtschaft würde dann erheblich leiden – es bleibt abzuwarten, wie sich der Konflikt entwickelt.

Korrekturen wie diese bewegen sich daher aus unserer Sicht noch im Rahmen einer normalen Konsolidierung.   

Gerade in volatilen Zeiten und nach einer Korrektur lohnt es sich, Aktien genau zu betrachten: Analysten haben das Ergebniswachstum für europäische Unternehmen in 2014 auf nunmehr 6 Prozent reduziert, für 2015 liegt es bei 14 Prozent. Das entspricht einem aus unserer Sicht nicht zu teuren 13fachen KGV für 2015. Insbesondere im Vergleich zu anderen Investitionsmöglichkeiten bleiben Aktien nach wie vor fair bewertet.

Hinzukommen aus unserer Sicht die Effekte des weniger volatilen und niedrigeren Euros, die sich ab dem 3. Quartal in den Unternehmensergebnissen niederschlagen dürften. Zudem gibt es deutlich mehr Unternehmenskäufe und Transaktionen, die von den niedrigen Zinsen profitieren und den Markt stützen. Obgleich die Konjunktur in Europa nicht erwartet angezogen hat und das Wachstum der Eurozone für das dritte Quartal wohl eher bei 0,1 statt 0,4 Prozent liegen dürfte, gibt es unserer Meinung nach einfach keine Alternative zu Aktien.    

Angesichts der aktuellen Marktentwicklung hat sich der Aktienanteil in unseren Mischfonds zunächst verringert. Zudem haben wir die Duration bei Zinspapieren sowie den Anteil an Hochzinsanleihen angesichts der unsicheren Zinssituation weiter verringert. Gleichzeitig haben wir unsere Investitionen in Staatsanleihen ein wenig erhöht. Wir gehen davon aus, dass sich die europäischen Börsen im 2. Halbjahr wieder positiv entwickeln, und nutzen daher kurzfristige Korrekturphasen wie diese dazu, die Aktienpositionen in unseren Mischfonds weiter auszubauen.

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