Investmentchef von Laransa Anlageberater häufig Opfer der Truthahn-Illusion
Ausgerechnet also an dem Tag, an dem die Wahrscheinlichkeit für den Truthahn am größten war, erneut gefüttert und umsorgt zu werden, wird er geschlachtet. Denn mit jedem Tag, an dem er gefüttert wurde, stieg seine Gewissheit darauf, dass der folgende Tag genauso verläuft, wie der letzte. Thanksgiving war dem Truthahn unbekannt und er musste auf bittere Art herausfinden, dass ihm eine wichtige Information fehlte.

Quelle: Nassim Taleb
Anlageberater vernachlässigen Zinsrisiko
Mit Blick auf die Zinsmärkte scheinen dieser Truthahn-Illusion auch viele Anlageberater zum Opfer zu fallen. Seit über 20 Jahren sinken die Zinsen kontinuierlich. Gab es Anfang der 1990er Jahre für deutsche Staatsanleihen neun Prozent Zinsen, so kann man heutzutage froh sein, wenn überhaupt noch ein Kupon gezahlt wird. Anleger konnten so jahrelang neben hohen Zinserträgen zusätzlich von Kursgewinnen der Anleihen profitieren. Doch was in der Vergangenheit funktioniert hat, kann in der Welt von morgen ganz anders aussehen. Selbst ohne Zinsprognose ist offenkundig, dass die Renditen der Vergangenheit vor dem Hintergrund des aktuellen Zinsniveaus kaum noch erzielbar sein werden. Im Gegenteil - das Risiko von Kursverlusten durch einen Zinsanstieg ist deutlich gestiegen.
Empfehlungen der Redaktion
Meistgelesen
Top-News
