Franklin Templeton Investment Konferenz in London.

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Investmentkonferenz

Large-Cap Segment nicht nur am Index messen

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Mehr als nur Large-, Mid- und Small Caps Viele Anleger, die auf der Suche nach Aktienwert sind, versuchen den Markt in Large-, Mid- und Small-Cap-Kategorien zu unterteilen, meint Colin Morton, Vice President und Portfolio Manager des Franklin UK Equity Teams. Wir denken aber, das, was in letzter Zeit vor sich geht, etwas komplexer ist als diese Kategorisierung es veranschaulichen mag. So haben sich viele große Unternehmen während der letzten fünf Jahre gut entwickelt. Sie haben die Attribute recht schnell wachsender Unternehmen und, unserer Meinung nach, einzigartige Vorteile gegenüber anderen Unternehmen. Am anderen Ende des Spektrums – und das ist es, was die Large-Cap-Indizes wirklich nach unten gezogen hat – findet sich die äußerst schlechte Performance von Unternehmen, wie zum Beispiel großen Ölfirmen oder großen Minenbetreibern. Diese sind in diversen Large-Cap-Indizes stark vertreten. In vielen Fällen bedeutete ihr schlechtes Abschneiden also, dass der gesamte Index sich schlecht entwickelt hat. Geringes Wachstum bei den Large-Caps Das Gute aus Sicht einiger dieser Unternehmen ist unserer Meinung nach, dass jetzt nur wenig oder gar kein Wachstum in ihren Kursen berücksichtigt ist. Nachteilig ist, dass sie auch nicht mehr sehr stark wachsen werden. Andererseits denken wir, es besteht Potenzial, diese Arten von Unternehmen mit einem erheblichen freien Cashflow-Renditeabschlag gegenüber dem Markt und einem erheblichen Dividendenertragsabschlag gegenüber dem Markt zu erwerben zu können. Wie wir die Dinge sehen, müssen wir also mit so einem Unternehmen noch etwas Geduld aufbringen. Wir erwarten kein riesiges Wachstum von diesen Unternehmen. Aber der Markt tut das auch nicht.

Bergbausektor mit schwierigen Prognosen

Im Bergbau ist es ähnlich. Generell ist das ein Sektor, von dem wir nicht besonders begeistert sind – auch nicht von den Large-Cap-Titeln –, denn sie lassen sich unserer Meinung nach nur sehr schlecht prognostizieren.

Wir wissen zum Beispiel nicht, wie der Preis von Eisenerz oder Kupfer in Zukunft sein wird. Wenn man diese Preise nicht kennt, ist es sehr schwierig, den Wert eines Unternehmens, das diese Rohstoffe abbaut, zu ermitteln. Aber, noch einmal: Der Markt scheint diese Titel inzwischen auf Grundlage von Metallpreisen zu bewerten, die erheblich niedriger, als das aktuelle Niveau liegen. Das stimmt uns bei der Betrachtung dieser Unternehmen optimistisch.

Was Unternehmen mit höherer Kapitalisierung betrifft, machen wir uns über die Trennung zwischen Binnen- und Überseeabsätzen, die ein Unternehmen erzielt, keine zu großen Sorgen. Wir versuchen attraktive Unternehmen anhand hervorragender freier Cashflowerträge mit einem guten Management, von dem wir glauben, es wird mittel- bis langfristig Erfolg haben, zu identifizieren.

Auswirkungen von Wechselkursen


Währungsschwankungen sorgten für Widerstände. Da wir aber nicht vorhersagen können, in welche Richtung sich die Währungen entwickeln, machen wir uns keine großen Sorgen darum, solange dies nur einen translatorischen Effekt auf die jeweilige Währung hat und keinen transaktorischen.

Das bedeutet, dass wir relativ entspannt sind, solange ein Unternehmen sein Geld in einer bestimmten Region verdient und auch alle seine Standorte in dieser Region hat. Veränderungen des Wechselkurses wirken sich dann nur aus, wenn das Unternehmen Gewinne zurück in seine Heimatwährung umwandelt.

Wir machen uns mehr Sorgen, zum Beispiel bei einem Hersteller in Großbritannien, der aktuell mit einem Hersteller in den USA konkurriert. Denn das Unternehmen hätte unter Umständen Probleme mit seiner Wettbewerbsfähigkeit. Wenn nämlich das Pfund Sterling gegenüber dem US-Dollar zulegt, werden die in Großbritannien produzierten Waren für Käufer in den USA teurer.

Unternehmen mit guten Geschäftsmodellen und solidem Management

Als Anleger gehen wir, was die Aktien, die wir für unsere Portfolios in Erwägung ziehen, äußerst selektiv vor. Wir betrachten ein überschaubares Universum innerhalb eines breiteren Index. Das gibt uns die Möglichkeit, auch bei wechselnden Marktbedingungen gute Konzepte identifizieren zu können.

Trotzdem gibt es immer noch eine Qualitätsschwelle. Als Anleger ist uns Wert sehr wichtig. Natürlich sagen alle, dass sie ausschließlich in hochwertige Unternehmen investieren möchten. Alle wollen in Unternehmen mit hoher Qualität investieren. Wir glauben aber, wir haben eine echte Qualitätsschwelle. Wir mögen keine stark fremdfinanzierte Unternehmen und auch nicht das, was wir für riskante Geschäftsmodelle halten. Wir mögen Unternehmen mit guter Qualität, guten Geschäftsmodellen und einem soliden Management. Mehrere Neuemissionen in der Pipeline Wir glauben, der Markt für Börsengänge (Initial Public Offerings; IPOs) ist wieder in den Vordergrund getreten. Wir befinden uns unserer Meinung nach derzeit in der zweiten Phase. Anfang des Jahres waren einige Angebote, die auf den Markt kamen, noch recht hoch bewertet, so Richard Bullas, Portfolio Manager und Research Analyst des Franklin UK Equity Teams. Es gibt aber eine Reihe von Neuemissionen, die nach unserem Wissen in der Pipeline sind und möglicherweise Potenzial für günstige Preise bieten. Wir glauben, die Haltung in Hinsicht auf die Kursgestaltung hat sich geändert, denn Anfang des Jahres floss viel Geld in britische Aktien, auch in britische Small-Caps. Es bestand eine echte Nachfrage nach neuen Ideen, insbesondere im Einzelhandelssektor. Wir denken, der leichte, wachstumsbedingte Abverkauf, der seit Februar beziehungsweise März 2014 bei den Small-Caps stattfindet, lässt sich darauf zurückführen, dass der Geldzufluss in den Sektor versiegt ist nachdem defensive und einige der Large-Cap-Titel wieder stärker an Popularität gewonnen haben. Und wir glauben, dass der Verkäufermarkt zu Beginn des Jahres sich inzwischen zu einem Käufermarkt gewandelt hat. Herausforderungen der Tabakbranche Die Tabakbranche hat mit Schwierigkeiten zu kämpfen, meint Ben Russon, Portfolio Manager und Research Analyst des Franklin UK Equity Teams. In den letzten Jahren haben Regierungen in der ganzen Welt Werbeverbote und öffentliche Rauchverbote eingeführt. In Großbritannien und anderenorts befassen sich traditionelle Hersteller von Tabakprodukten mit Debatten über neutrale Verpackungen. Sie haben auch mit den Herausforderungen des wachsenden Markts für E-Zigaretten zu kämpfen. Die westlichen Märkte sind, was die zugrunde liegenden Wirtschaftsdynamiken betrifft, recht schwierig. Der Sektor verfügt aus Anlegersicht aber auch über attraktive Eigenschaften, wie zum Beispiel die Bewertung gegenüber anderen nichtzyklischen Konsumgütern, wie Lebensmitteln, Getränken und Haushaltsgegenständen. Tabak ist ein Barmittel generierendes Geschäftsmodell für das Anleger unserer Meinung nach derzeit weniger bezahlen als für gleichwertige nichtzyklische, britische Konsumgüter. Negative Faktoren bereits berücksichtigt Vor zwanzig Jahren wurden Sportveranstaltungen noch von Zigarettenfirmen gesponsert. Die Werbung fand sich auf Formel Eins Fahrzeugen, in Zeitungen und Zeitschriften, man rauchte in Restaurants und Gaststätten. Das alles hat sich während der vergangenen 20 Jahre geändert. Dennoch glauben wir, diese Titel haben sich unglaublich gut entwickelt. Sie verfügen über eine enorme Preismacht und generieren sehr hohe Barmittel.

Der Markt hat unserer Meinung nach die negativen Faktoren bereits mit eingepreist. Wenn man also ein Tabakunternehmen mit einem anderen Unternehmen im Sektor nichtzyklische Konsumgüter vergleicht, wird das Tabakunternehmen aufgrund des vermeintlichen Tabakrisikos bereits mit einem erheblichen Abschlag gehandelt. Wir wissen, der Branche stehen immer noch einige Schwierigkeiten bevor. Wir glauben aber, der Markt hat dies bereits mit eingepreist.
 

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