Investments in Japan Aufschwung nach fünf Jahren Abenomics

Japans Premier Shinzo Abe: Weitreichende Freihandelsverträge mit der Europäischen Union und Großbritannien sollen die japanische Wirtschaft dauerhaft stärken | © Getty Images

Japans Premier Shinzo Abe: Weitreichende Freihandelsverträge mit der Europäischen Union und Großbritannien sollen die japanische Wirtschaft dauerhaft stärken Foto: Getty Images

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Sechs Jahre, sechs Premierminister – mit diesem Machtkarussell war Ende Dezember 2012 in Japan Schluss. Der Liberaldemokrat Shinzo Abe übernahm die Regierung und steht bis heute an der Spitze. Eines seiner wichtigsten Ziele ist es, die Wirtschaft in dem deflationsgeplagten Land wieder in Schwung zu bringen. Drei Pfeile hat Abe hierfür abgeschossen: eine aggressive Geldpolitik, ein massives Konjunkturprogramm und Strukturreformen.

Auch wenn erst die Wahlen im Oktober 2017 ihm Bestätigung für seine als Abenomics bekannt gewordene Wirtschaftspolitik geliefert haben, hat er dennoch zahlreiche Kritiker, die das verhaltene Lohnwachstum und die niedrige Inflation als Scheitern seines Kurses deuten. „Eine solche einfache Diagnose ignoriert jedoch all das, was Abe bislang erreicht hat“, meint Jeremy Osborne. Die wirtschaftliche Lage in den vergangenen fünf Jahren habe sich deutlich verbessert.

„Das nominale Bruttoinlandsprodukt hat zum ersten Mal seit den 1990er wieder ein neues Hoch erreicht. Die synchrone globale Erholung, geld- und fiskalpolitische Anreize haben Japans wirtschaftliches Revival gestützt. Aber auch Strukturreformen  am Arbeitsmarkt, bei den Unternehmenssteuern und beim Einreiseverkehr spielten eine entscheidende Rolle“, sagt der Experte für japanische Aktien bei Fidelity. So hat sich beispielsweise die Zahl der Touristen aus dem Ausland von 2012 bis 2016 verdreifacht. 2017 dürfte das Wirtschaftswachstum in Japan 1,6 Prozent erreichen und damit im dritten Jahr in Folge das volkswirtschaftliche Potenzialwachstum von 0,8 Prozent übertreffen.

Deflationäre Denkweise verschwindet langsam

Auch die Geldpolitik hat zum Aufschwung beigetragen. Die Bank of Japan initiierte zu Beginn der Abenomics-Ära ein noch nie da gewesenes quantitatives und qualitatives Lockerungsprogramm. „Die umfangreichen Wertpapierkäufe führten zu einer starken Abwertung der japanischen Währung, was wiederum die Unternehmensgewinne und Vermögenspreise anheizte. Dies stärkte die Realwirtschaft und drückte die Inflation in den positiven Bereich“, sagt Osborne. Als dann die Rohstoffpreise sanken, Schwellenländer unter Druck gerieten und Abe 2014 zusätzlich die Umsatzsteuer in Japan anhob, geriet die Erholung jedoch ins Wanken. Die Notenbank reagierte, erhöhte ihr Kaufprogramm und senkte den Zinssatz ins Negative. Seit September 2016 kontrolliert sie mit ihren Maßnahmen zudem die Zinsstrukturkurve.

Zwar ist die Bank of Japan noch weit von ihrem Inflationsziel von 2 Prozent entfernt. „Im dritten Quartal 2017 waren jedoch zum ersten Mal seit 25 Jahren alle vier Faktoren, anhand derer die japanische Regierung den Weg aus der Deflation beobachtet, gleichzeitig positiv“, berichtet Osborne. Zudem sieht er Anzeichen, dass sich die deflationäre Denkweise, die sich in den Köpfen der Japaner eingebrannt hat, langsam ändert und Unternehmen beginnen, Preise zu erhöhen.

Erwerbstätigenzahl auf Rekordhoch stärkt das Konsumentenvertrauen

In Vorbereitung auf die zunehmende Alterung der Gesellschaft ist der Arbeitsmarkt im Wandel – auch wenn Osborne hier durchaus noch weiteres Reformpotenzial sieht. Der Anteil von Frauen und Rentnern unter den Erwerbstätigen ist seit Start der Abenomics 2013 deutlich gestiegen. Die Frauenerwerbsquote ist in Japan nach Daten der OECD erstmals höher als in den USA. Eine verbesserte Kinderbetreuung, Arbeitsmarktreformen und die Förderung flexibler Arbeitsformen haben dies unterstützt. Zudem hat die Zahl ausländischer Arbeitnehmer zugenommen. „Die Zahl der Erwerbstätigen ist nahe dem Rekordhoch von 65,8 Millionen im Jahr 1997. Das höhere Arbeitsgesamteinkommen erhöht das Konsumentenvertrauen und kommt der Binnenwirtschaft zugute“, so Osborne.

Auch die Unternehmensgewinne sind auf Rekordhoch. Unterstützend hierfür sieht der Fidelity-Experte das anhaltende Wirtschaftswachstum, niedrigere Unternehmenssteuern, einen schwächeren Yen und Kosteneinsparungen. „Entscheidend ist, dass sich die Gewinne vom Dollar-Yen-Wechselkurs abkoppeln. Dies spiegelt eine Kombination aus höherem Umsatzwachstum und verbesserter Produktivität wider“, so Osborne. Das Gewinnwachstum stärke das Unternehmervertrauen und kurbele so die Investitionen wieder an.

Aktienrendite seit 2012 um über 80 Prozent gestiegen

Die Regierung hat zudem Maßnahmen ergriffen, die Unternehmen zu einer effizienteren Kapitalallokation anregen sollen, um so die Eigenkapitalrendite zu steigern und die Stellung der Aktionäre zu verbessern. Auch dank der Fortschritte in der Corporate Governance ist die Aktienrendite seit 2012 um mehr als 80 Prozent auf ein Rekordhoch gestiegen. Osborne ist zuversichtlich, dass japanische Aktien auch künftig Investoren erfreuen können: „Die japanische Wirtschaft befindet sich in ihrer längsten Wachstumsphase seit mehr als einem Jahrzehnt. Im aktuellen Umfeld und vor dem Hintergrund der eher niedrigen Bewertungen sehen wir viele Anlagechancen am japanischen Aktienmarkt.“

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