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Globale Investmentthemen und Emerging Markets

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Montagelinie eines deutschen Automobilherstellers in Mexiko: Der gefestigte Binnenkonsum dürfte viele Schwellenmärkte vor dem Einfluss des Coronavirus schützen. | © imago images / Cathrin Bach Foto: imago images / Cathrin Bach

Investments in Schwellenländern

Wachstumserholung im weiteren Jahresverlauf zu erwarten

Anleger finden in vielen Schwellenländern großes Potenzial: Vielerorts stützt die Haushalts-, Wirtschafts- und Geldpolitik. Strukturreformen werden oft beherzt angegangen.

Chinas Regierung stellt sich gegen den Abwärtstrend

Zuletzt wurde der vom Phase-1-Deal befeuerte Optimismus der Anleger durch den Virusausbruch in China überschattet. Die Geschäftstätigkeit und der Konsum in China sind stark beeinträchtigt – erhebliche Einbußen des Wirtschaftswachstums stellen sich ein.

Besonders betroffen sind Sektoren wie Einzelhandel, Tourismus und Freizeitgestaltung. Die Regierung versucht den Konsum zu beleben, indem sie Anreizmaßnahmen wie Zinssenkungen und die Förderung von Infrastrukturausgaben bewilligt.

Aufgrund des Coronavirus verloren Aktien von Schwellenländern Ende Januar gegenüber ihrem Höchststand um insgesamt mehr als 7 Prozent. Wenn die Unsicherheit in den kommenden Wochen anhält, könnte es zu weiteren Verlusten kommen. Nach unserer derzeitigen Einschätzung überwiegen auf kurze Sicht die Abwärtsrisiken, während die langfristigen Aussichten bestehen bleiben.

Konjunkturabkühlung auf dem indischen Markt

Indien kam zuletzt nicht umhin, das Ziel für sein Staatsdefizit in Anbetracht der niedrigeren Haushaltseinkünfte auf 3,8 Prozent des BIPs für das Wirtschaftsjahr 2020 anzuheben. Das Defizitziel für das Wirtschaftsjahr 2021 liegt jetzt bei 3,5 Prozent. Der indische Haushalt 2020 spiegelt bereits die Schwäche der Wirtschaft: Die Regierung will ihre Haushaltskonsolidierung beibehalten, kann aber der Konjunktur außer einigen moderaten Maßnahmen (Verbesserung von Einkommen und Ausbau der Infrastruktur) keine wesentlichen Anreize bieten.

Wir sind jedoch davon überzeugt, dass durch die politischen Maßnahmen sich die indische Wirtschaft und das Wachstum der Unternehmensgewinne in den nächsten ein bis zwei Jahren erholen werden.

Erfolgreich investieren in Schwellenländern

Small Caps aus Schwellenländern erwirtschafteten im Jahr 2019 positive Renditen, doch die Anlageklasse konnte nicht mit den Large Caps der Schwellenländer mithalten.

Quelle: Der MSCI Emerging Markets Index

Wir sind jedoch der Ansicht, dass die strukturellen Argumente für Small Caps aus Schwellenländern weiterhin Bestand haben: Die Dynamik der lokalen Volkswirtschaften, die immer stärker vom lokalen Konsum geprägt werden, spült Geld in die Kassen der Unternehmen.

Wichtige Trends und Entwicklungen

Im Verlauf des Jahres 2020 rechnen wir mit einer Wachstumserholung. Die Schwellenländer konzentrieren sich zunehmend auf die Steigerung ihrer Kapitaleffizienz: Es gelingt ihnen in immer umfassenderem Maße, ihr Working Capital wirkungsvoller zu nutzen und ein verbessertes Investitionsmanagement zu betreiben. Aus dieser Liquiditätsoptimierung ergibt sich eine Free-Cashflow-Rendite, welche die der entwickelten Märkte übersteigt.

Abhängigkeit von China

Die Aktienpreise in Südkorea, einer der wichtigsten Handelspartner von China, gingen zurück. Auch die thailändischen Aktien fielen, weil der Ausbruch des Coronavirus auf Thailands Tourismusindustrie durchschlug. Anders in Pakistan: Hier stiegen die Aktienpreise. Anzeichen für eine wirtschaftliche Stabilisierung, einschließlich eines abnehmenden Leistungsbilanzdefizits, stützten das Marktvertrauen.  

In Lateinamerika sanken abgesehen von Mexiko die Bewertungen für Aktien und Währungen im Laufe des Januars. Hintergrund waren Befürchtungen, dass sich das Coronavirus auf die globale Rohstoffnachfrage auswirken könnte. Die Aufwertung des mexikanischen Pesos und die Vereinbarung eines Handelsabkommens zwischen Mexiko, den Vereinigten Staaten und Kanada begünstigen den mexikanischen Markt.

Die Rückgänge an den Aktienmärkten in Brasilien, Kolumbien und Chile hängen mit der Schwäche der lokalen Währungen zusammen. Im Fall Chiles belasten insbesondere die sinkenden Kupferpreise die Wirtschaft.

 

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