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Investments in Technologien Diese 10 Tech-Durchbrüche sind bis 2029 relevant

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6. EKG am Handgelenk verbessert Prävention: Smartwatch-Technologien können Herzanomalien erkennen und überwachen – und so Schlaganfälle und Herzinfarkte verhindern helfen. Aus diesem Grund wird der Absatz sensorengespickter Wearables, die sich nah am Körper tragen lassen, zunehmen: laut Marktforscher Gartner von 178,9 Millionen Endgeräten weltweit im Jahr 2018 auf 452,2 Millionen Wearables in 2022. Ganz vorn unter den Innovatoren befindet sich Apple – einerseits mit der Hardware Apple Watch, andererseits mit seiner Gesundheits-App. Zwar gelten herkömmliche Fitness-Tracker aktuell als weniger ausgereift als das Elektrokardiogramm (EKG) beim Arzt. Als Erfolg versprechend gehandelt werden indes EKG-Apps mit Algorithmen von Start-ups wie Cardiomatics im polnischen Krakau.

7. Roboter, die Fingerspitzengefühl entwickeln: In den nächsten fünf Jahren dürften Roboter menschliche Anforderungen wie im wirklichen Leben flexibel erfüllen. Die Maschinengeschicklichkeit soll dadurch zunehmen, dass virtuelle Robo-Trainings Zufallselemente integrieren und Roboter an sogenannten Trial-and-Error-Prozessen selbstständig lernen. Laut Experten wird der weltweite Markt für Automation und Robotik bis 2025 auf 499 Milliarden US-Dollar wachsen. Das kalifornische Start-up OpenAI hat beispielsweise einen Roboter mit Fingerspitzengefühl für „die Zufälligkeit der Welt“ ausgestattet. Damit soll er Menschen das Leben auch außerhalb von Produktionsstraßen erleichtern.

8. Frühgeburten über Bluttests erkennen: Einfache Bluttests entdecken freischwebende DNA- und RNA-Zellen. Das Symptom deutet bei Schwangeren auf eine Frühgeburt hin. Bislang war für die Diagnose allerdings eine Biopsie erforderlich. Da 15 Millionen Babys jährlich zu früh zur Welt kommen und Frühgeburten die häufigste Todesursache bei Neugeborenen sind, ist der nicht-invasive Bluttest für die Diagnostik so wichtig. Der Test kostet weniger als 10 US-Dollar und ist damit eine kostengünstige Maßnahme. Er geht auf den Biotechnologen Stephen Quake in Stanford zurück, Gründer des Start-ups Akna Dx.

9. Kohlenstoffdioxidfänger filtern die Luft: Kohlendioxid-Filter holen sich CO2 direkt aus angesaugter Luft – mit dem Ziel, es sicher aufzufangen und anderweitig weiterzuverarbeiten. Das neue Verfahren für die CO2-Filterung dürfte die Kosten laut der Klimaplattform Carbon Brief stark verringern – von aktuell 400 bis 1.000 US-Dollar pro Tonne des Klimagases auf künftig 100 US-Dollar. Die Methode basiert auf einer Entwicklung von David Keith, Klimaforscher in Harvard. Hier setzen auch innovative Unternehmen wie Climeworks mit Sitz in Zürich an; sie wandeln Kohlenstoffdioxid in Methan und Wasserstoff um. Zwar ist die Methode teuer und kompliziert, möglicherweise aber in Anbetracht zunehmender Treibhausgase in der Erdatmosphäre unumgänglich.

10. Kernkraft 4.0 ist umweltfreundlicher und effizienter: Bei Reaktoren der vierten Generation, Fusionsreaktoren und kleinen modularen Reaktoren, fällt die Gefahr einer Kernschmelze geringer aus. Die Reaktoren erzeugen keine langlebigen, hochaktiven Abfälle und gelten daher als sicherer als konventionelle Reaktoren – und auch als kostengünstiger. Einer der größten Marktteilnehmer in diesem Segment ist das im S&P 500 gelistete US-amerikanische Energieunternehmen Nextera Energy. Dass die Kernfusion (die Atomkerne zu einem neuen Atomkern verschmilzt und darüber Energie, aber keine langlebigen, hochaktiven Abfälle erzeugt) dieses Feld überrollt, dürfte laut Experten mindestens bis 2030 dauern. An dieser Stelle forschen Unternehmen wie TerraPower: Die von Bill Gates gegründete Firma entwickelt Laufwellen- und Flüssigsalzreaktoren. Commonwealth Fusion Systems wiederum baut an einem Fusionskraftwerk.

Weiterführende Links zu Anlagen in innovativen Segmenten finden Sie hier:

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