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Krisenstab unter Vorsitz des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking: Die chinesische Regierung geht entschlossener gegen den Virus-Ausbruch vor als etwa die USA und Europa.  | © imago images / Xinhua Foto: imago images / Xinhua

Investments in Zeiten der Krise

Corona-Virus lässt Unternehmen zittern und triumphieren

Angesichts der Ungewissheit über die weitere Entwicklung der Corona-Epidemie und der Geschwindigkeit, mit der sich die Infektion ausbreitet, ist für Anleger Vorsicht geboten.

Einschätzungen der aktuellen Marktlage

In Europa bleibt unsere Einstellung gegenüber Großbritannien positiv, denn es gibt Anzeichen, dass die Probleme im Zuge des Brexits überwunden werden. Durch die Brexit-Vorbereitungen können sich Unternehmen inzwischen besser darauf einstellen, die durch das Virus verursachten Störungen der Lieferketten zu überbrücken.

Anleger sollten trotz der turbulenten Zeiten weiterhin in Wachstumsmärkten investiert bleiben und China übergewichten. In den Schwellenländern haben Zentralbanken bereits mit Zinssenkungen auf das Virus reagiert und diese Schritte deutlich schneller als die Verantwortlichen in den Industrieländern eingeleitet.

Die chinesische Regierung geht entschlossener gegen den Virus-Ausbruch vor als etwa die USA und Europa. Zur Stützung der eigenen Wirtschaft wird die chinesische Regierung wahrscheinlich auch weitere fiskal- und geldpolitische Maßnahmen umsetzen. Das ist eine mögliche Erklärung für die Widerstandsfähigkeit des chinesischen Marktes während der Krise – denn der MSCI China Equities Index ist seit Jahresbeginn knapp 1 Prozent im Plus, während der globale Index MSCI World  seit Jahresbeginn rund 13 Prozent verloren hat.

Die Verlierer: Industrieunternehmen

Außerhalb Chinas und des Irans sind sowohl der Euroraum als auch Japan relativ stark vom Ausbruch des Virus betroffen. Die Volkswirtschaften dieser Länder erzielen kaum noch Wachstum – und zusätzlich gehen den Zentralbanken die Maßnahmen aus. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of Japan liegt schon bei null beziehungsweise bei minus 0,1 Prozent. Die US-Notenbank hat hingegen einen Leitzins von 1,25 Prozent festgesetzt.

Pictet AM setzt seine Allokation in Aktien aus der Eurozone und aus Japan um eine Stufe auf neutral beziehungsweise untergewichtet, weil dem Risiko einer Störung der Lieferkette nicht vollständig Rechnung getragen wird.

Industriewerte erscheinen besonders anfällig, da dieser Sektor zunehmend makroökonomischen Risiken ausgesetzt ist. Einzelne Unternehmen spüren die Störungen der globalen Lieferketten bereits. Deshalb reduziert der Vermögensverwalter sein Engagement in Industrieunternehmen von neutral auf untergewichtet und verringert das Exposure gegenüber Finanztiteln im Portfolio.

Gewinner der Corona-Krise

Die Aktien aus dem Gesundheitswesen profitieren von den Pandemie-Ängsten. Der Grund dafür ist naheliegend: Die Nachfrage nach medizinischen und pharmazeutischen Produkten steigt kontinuierlich, weil sich die Epidemie weltweit ausbreitet. Doch die Zuwächse verstärken nur einen Trend, der schon seit mehr als zehn Jahren anhält: Die Umsätze der Medizin- und Pharmakonzerne legen seit Jahren stabil zu.

Momentan tragen diese Faktoren dazu bei, Risiken infolge der bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen abzuschwächen – denn Bernie Sanders, dem gute Chancen zugeschrieben werden als demokratischer Präsidentschaftskandidat in die US-Wahlen zu gehen, ist entschiedener Verfechter eines staatlich regulierten Gesundheitswesens.

Erfahren Sie mehr über die aktuelle monatliche Einschätzung zur Asset-Allokation von Pictet AM:

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