Immobilien? Zu teuer!
Aktien? Zu volatil!
Sparbuch? Zu wenig Zinsen!
Gerade in unsicheren Zeiten sehen viele Anleger:innen Sammlerstücke als interessante Investmentalternative, um langfristige Renditen zu erzielen.
Doch ganz ohne Risiken sind auch Collectible-Investments nicht. Worauf du achten solltest, haben wir dir hier übersichtlich zusammengefasst.
Marktkenntnisse: Hoher Rechercheaufwand und Fachwissen erforderlich
Gerade Collectible-Investments setzen ein hohes Maß an Kenntnissen des jeweiligen Bereichs voraus. Bevor du in Sammlerstücke investierst, ist es deshalb wichtig, gründlich zu recherchieren und ein fundiertes Verständnis für den Markt und die spezifischen Sammlerobjekte zu entwickeln. Bedeutend sind beispielsweise Faktoren wie Nachfrage, Popularität und Verfügbarkeit.
Nur wenn du dich mit dem jeweiligen Gebiet auskennst, kannst du potenziell wertvolle Stücke identifizieren und Chancen nutzen.
Achtung: Fälschungen!
Und je mehr du weißt, desto geringer ist auch das Risiko, dass du auf Fälschungen reinfällst.
Ein Risiko, das definitiv nicht zu vernachlässigen ist.
Weil viele Sammlerstücke zu hohen Preisen gehandelt werden, ist dieser Markt für Fälscher:innen besonders attraktiv. Einige von ihnen versuchen, mit teils täuschend echten Nachbildungen, einen Teil vom Kuchen abzubekommen.
Um das zu verhindern, ist es wichtig darauf zu achten, Collectibles vor dem Kauf selbst genau zu prüfen oder Expert:innen damit zu beauftragen.
Dabei sollten insbesondere Punkte wie
- Seltenheit,
- kulturelle Bedeutung,
- Geschichte,
- Originalität,
- Wert und
- Zustand
genauer unter die Lupe genommen werden.
Für Hoodies der angesagten Streetwear-Marke Essentials von Fear of God gibt es beispielsweise extra eine Reihe von Youtube-Videos, in denen gezeigt wird, an welchen Stellen du Fälschungen erkennst. Dazu zählen etwa die Waschanleitung, Schriftart oder die Nähte der Etiketten.
Wertverluste bei einzelnen Sammlerstücken
Auch bei Collectibles ist es ratsam, dein Portfolio zu diversifizieren, indem du in verschiedene Arten von Sammlerstücken investierst. Dies bietet dir, genau wie bei Anlagen in Wertpapiere, Schutz vor dem Totalverlust.
Denn auch wenn in 30 Jahren beispielsweise niemand mehr etwas von den heute angesagten Streetwear-Marken wissen wollen sollte, ist es unrealistisch, dass das Interesse an seltenen Spirituosen, Oldtimern oder NFTs im selben Zeitraum ähnlich stark nachlässt.
Starke Schwankungen
Der Wert von Sammlerstücken kann im Laufe der Zeit stark schwanken. Deshalb sind Geduld, gute Nerven und ein langer Atem wichtig, um die potenziellen Renditen deiner Anlage im Laufe der Zeit zu maximieren. Ein langfristiger Anlagehorizont ist bei den meisten Investments eine gute Möglichkeit, Verluste zu begrenzen.
Aufbewahrung und Versicherung
Im Gegensatz zu Wertpapieren ist die Aufbewahrung von Sammlerstücken in der Regel deutlich aufwendiger.
Bei größeren Sammlerstücken wie etwa Oldtimern ist ausreichend Platz erforderlich, Kunstwerke brauchen spezielle Temperaturen, Luft- und Lichtverhältnisse und alle von ihnen benötigen aufgrund ihres Wertes in der Regel besondere Sicherheitsvorkehrungen, um sie vor Beschädigung, Verlust oder Diebstahl zu schützen.
Oft ist es bequemer, Transport, Lagerung und Wartung wegen der speziellen Anforderungen an Firmen auszulagern. Ganz risikofrei ist jedoch auch das nicht.
Theoretisch kann es jederzeit passieren, dass Assets während der Lagerung zu Schaden kommen oder entwendet werden. Zwar schließen die vermittelnden Firmen für solche Fälle Versicherungen ab – rein theoretisch ist es aber möglich, dass die Versicherung nicht greift oder sich weigert, die Versicherungssumme auszuzahlen.
Was bedeutet ein Einbruch für Anleger:innen?
Ein Beispiel für einen solchen Vorfall ist ein Einbruch in die Tresorräume der Fintech-Firma Timeless, die es Anleger:innen ermöglicht, sich mit kleinen Geldbeträgen an Kunst, Sneakern, Oldtimern oder Luxusuhren zu beteiligen. Über dieses Prinzip kauften einige Kleinanleger beispielsweise Anteile an der Luxusuhr Patek Philippe Nautilus im Wert von insgesamt 100.000 Euro, die nach dem Einbruch verschwunden war.
Für die Anleger:innen folgte daraufhin eine Hängepartie. Nachdem erst mitgeteilt wurde, dass die Versicherung in solchen Fällen einspringt, hieß es bald darauf, dass die Versicherung nicht aktiv werden könne, solange die Ermittlungen andauerten.
Und selbst wenn die Versicherung einspringen muss, ist das für Anleger unerfreulich. Denn: Die Versicherung deckt nur den Kaufpreis und die Gebühr ab, nicht aber die erhoffte Rendite der entwendeten Assets.
Liquidität und Nachfrage
Als Investor:in in Sachwerte solltest du dir darüber im Klaren sein, dass diese im Zweifelsfall weit weniger liquide sind als Aktien oder Fondsanteile, die sich jederzeit verkaufen lassen. Da jedes Sammlerstück einzigartig ist, brauchst du eine:n Käufer:in, der:die bereit ist, dir dein Collectible zu dem von dir vorgegeben Preis abzukaufen. Die Suche nach Käufer:innen, die einen guten Preis zahlen, kann je nach Sammlerstück daher einiges an Zeit und Mühe kosten.
Wer Sachwerte gestückelt kauft, macht sich zudem abhängig von den Emittent:innen der Tokens. Denn die Herausgeber:innen können entscheiden, wann das Asset zu welchem Preis wieder verkauft wird. Selbstständige Veräußerungen sind nur über einen Sekundärmarkt möglich – wobei vorher nicht gesichert ist, dass sich auch Abnehmer:innen für die eigenen Anteile finden.
