Chris Nichols, Investment Direktor bei Standard Life Investments

Chris Nichols, Investment Direktor bei Standard Life Investments

Investmentstrategie

„Bedeutung der Absolute-Return-Anlage als Portfoliobestandteil wächst“

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Wie im vorangegangenen Artikel beschrieben, kann der Multi-Asset-, Multi-Strategie-Ansatz Anlegern ein positives Ergebnis bescheren, unabhängig von den marktspezifischen und wirtschaftlichen Bedingungen. Während ein positives Ergebnis an sich schon wünschenswert ist, bietet es auch Flexibilität in der Art und Weise, in der eine Absolute-Return-Anlage innerhalb von Portfolio-Asset-Allokationsmodellen eingesetzt werden kann. In diesem Artikel untersuchen wir einige der verschiedenen Einsatzmöglichkeiten, die Anleger für Absolute-Return-Anlagen identifiziert haben.

Absolute-Return-Portfolios ersetzen Aktien


Viele Anleger halten Aktien in ihren Portfolios, da sie langfristig mit guten Renditen rechnen. Aktien können jedoch hohen Kursschwankungen unterliegen und auch über lange Zeiträume stark variierende und nicht prognostizierbare Renditen aufweisen. Einige Absolute-Return- Portfolios streben die Erzielung von Renditen an, die sich in der Größenordnung dessen bewegen, was Anleger langfristig von Aktien (oder der Aktien-Risikoprämie) erwarten – und dies innerhalb eines weitaus kürzeren Zeitrahmens, das heißt  drei Jahre, sowie mit deutlich geringerer Volatilität als bei der reinen Investition in Aktien.

In Großbritannien beispielsweise sahen sich Pensionsfonds mit der doppelten Herausforderung konfrontiert, zum einen zu investieren, um Defizite zu decken, und zum anderen die mit den steigenden Rentenverpflichtungen verbundenen Risiken zu reduzieren. Die Umschichtung von Aktien in Absolute-Return-Anlagen bot ihnen einen Ansatz mit sehr guten Ertragsaussichten.

Aufgrund fallender Märkte sahen sich auch Anleger, die in der Regel eine höhere Volatilität tolerieren können, wie beispielsweise Stiftungen oder öffentlich-rechtliche Sondervermögen, gezwungen, Investmententscheidungen zu treffen, die sie sonst nicht treffen würden. Diesen Anlegern bietet eine Allokation in eine hoch liquide und zugängliche Absolute-Return-Anlage mehr Flexibilität für die Absicherung ihrer Abwärtsrisiken, gleichzeitig jedoch auch eine potenzielle Finanzierungsquelle für weniger liquide Anlageoptionen.

Portfolio-Allokationen in Hedgefonds begrenzt Der Begriff Hedgefonds deckt ein breites Spektrum von Anlagestrategien ab, darunter Global Macro, Multi-Strategie, ereignisgetriebene Strategien und Dachhedgefonds. Für Investmentportfolios bieten diese Strategien ein Renditeprofil, das traditionelle Allokationen weiter diversifiziert in Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und Immobilien. Sie bringen jedoch in der Regel die Nachteile mangelnder Transparenz oder Liquidität sowie sehr hoher Gebühren mit sich.

Zudem haben viele Hedgefonds grundlegend versagt, die gewünschten Risiko- und Renditeeigenschaften zu bieten. Infolgedessen sind Portfolio-Allokationen in Hedgefonds in der Regel begrenzt. Im Unterschied dazu können die Anleger umfangreiche Allokationen in Absolute-Return-Strategien tätigen, da diese zusätzliche Diversifikation und gleichzeitig auch tägliche Liquidität, volle Transparenz und angemessene Gebühren bieten.

Gesicherte und langfristige Anlagen für die Altersvorsorge

Beitragsbezogene Altersvorsorgepläne müssen Anlagen bieten, anhand derer die Vorsorgesparer während ihrer Lebensarbeitszeit (Kapitalbildungsphase) einen erheblichen Betrag akkumulieren, den sie dann während ihres Rentnerlebens (Inanspruchnahmephase) in größtmöglichem Umfang für ihren Lebensunterhalt nutzen können. Da sich das Marktumfeld in beiden Phasen verändert, müssen diese Anlagen solide sein, damit sichergestellt ist, dass verschiedene Generationen unter dem Strich ähnlich hohe Leistungen erhalten.

Die Einbeziehung von Absolute-Return-Strategien in ein Portfolio vor und nach der Pensionierung kann nachweislich effektive Lösungen bieten.

•    Absolute-Return-Strategien können ihre Anlageperformance während der gesamten Lebensdauer des Mitglieds beibehalten. Derzeit sind Anlageportfolios in der Kapitalbildungsphase häufig mit großen Aktienallokationen ausgestattet, deren Endergebnis äußerst unsicher und wahrscheinlich nicht über Generationen hinweg einheitlich ist.
•    Zudem können sie die Fähigkeit verbessern, Marktschocks zu neutralisieren, und die Mitglieder in der möglicherweise verletzlichsten Phase des Lebenszyklus ihrer Anlage schützen (späte Kapitalbildungs  und frühe Inanspruchnahmephase).
•    Absolute-Return-Strategien können die Notwendigkeit, die Anlagestrategie zu wechseln, verringern. Derzeit erfordert die Anlage in der Inanspruchnahmephase eine starke Allokation in teuren „sicheren“ Anleiheanlagen, deren Wert in Zeiten steigender Zinsen erheblich leiden wird. Absolute-Return-Anleihestrategien haben das Potenzial, unabhängig vom Zinszyklus positive Erträge mit niedrigem Risiko zu bieten.

Zunehmend wichtiger Portfoliobestandteil


Angesichts dieser Vorteile sind wir der Meinung, dass der Einsatz von Absolute-Return-Strategien in allen beitragsbezogenen Anlageplänen, in deren Rahmen der Ertrag bei gleichzeitigem Kapitalschutz für die Vorsorgesparer maximiert werden soll, ernsthaft in Betracht gezogen werden sollte.

Eine Allokation in Absolute-Return-Strategien sollte auch Teil jedes Portfolios sein, das seine Risiko/Rendite-Merkmale verbessern möchte. An dieser Stelle haben wir lediglich drei der wichtigsten Möglichkeiten vorgestellt, wie Anleger die Anlageklasse derzeit einsetzen. Da die Absolute-Return-Anlage ihre Vorteile nach wie vor unter Beweis stellt und immer beliebter wird, sind wir der Meinung, dass sie für Anleger in aller Welt ein zunehmend wichtiger Portfoliobestandteil werden wird.

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