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Aktienhändler an der New Yorker Börse: Anlegern bieten sich gerade jetzt aussichtsreiche Kaufgelegenheiten.  | © imago images / UPI Photo Foto: imago images / UPI Photo

Investmentstrategie Bergos Berenberg

Anleger müssen einen kühlen Kopf bewahren

Exogene Schocks treffen immer wieder einmal auf die Kapitalmärkte. Die Folgen der Pandemie dürften die Weltwirtschaft aber enorm in Mitleidenschaft ziehen. Politische Gegenmaßnahmen tun dringen not.

Das Corona-Virus hat gleich doppelt zugeschlagen – sowohl Angebot als auch Nachfrage sind hochgradig betroffen. Produktionsstätten werden heruntergefahren, gleichzeitig bricht der Konsum ein. Erschwerend hinzugekommen ist der Ölpreisschock nach den gescheiterten Verhandlungen der OPEC und Russlands. Das günstige Öl kommt Verbrauchern und Transportunternehmen zwar zugute – doch der starke Preisverfall hat auch einen negativen Effekt auf das Wirtschaftswachstum.

Zwei mögliche Szenarien

Weil es zurzeit schwierig ist, die COVID-19-Entwicklung einzuschätzen, hat Bergos Berenberg zwei mögliche Szenarien entwickelt: Im ersten Szenario könnte eine mögliche wirtschaftliche Erholung in der zweiten Jahreshälfte eintreten – die dann zumindest nicht zusätzlich durch das Risiko eines marktfeindlichen Präsidentschaftskandidaten in den USA gestört werden würde. Auf Basis dieses Szenarios prognostiziert Bergos Berenberg ein Minus von 3 bis 6 Prozent für das Wirtschaftswachstum der Eurozone im Jahr 2020.

Im zweiten Szenario halten die Marktverwerfungen noch mindestens bis zum Jahresende an. Diese Entwicklung haben die Märkte definitiv noch nicht eingepreist. Die Folge wäre dann ein noch deutlich stärkerer Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in der Eurozone.

Sollten Anleger weiterhin in Aktien investieren?

Die wirtschaftlichen Belastungen durch die Pandemie werden die Gewinnerwartungen der Unternehmen einschränken. Mit ziemlicher Sicherheit werden 2020 Rückgänge im zweistelligen Prozentbereich zu verzeichnen sein, vor allem Energieunternehmen dürften leiden. Da aber die Aktienkurse schon massiv unter Druck geraten sind und zugleich die kollabierenden Anleiherenditen die inzwischen in die Wege geleiteten Schritte der Notenbanken bereits vorweggenommen hatten, erscheint die Bewertung von Aktien gegenüber Anleihen nun so attraktiv wie lange nicht.

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des MSCI World liegt derzeit leicht unter dem langfristigen historischen Durchschnitt. Gegenüber Anleihen haben Aktien damit einen Renditevorteil, der weit über den langfristigen Vergleichswerten liegt. Das sogenannte „Yield Gap“, also die Differenz zwischen den Gewinnrenditen von Aktien und den Anleiherenditen, notiert auch dann noch spürbar über dem historischen Schnitt, wenn man einen Rückgang der Unternehmensgewinne wie im extremen Krisenjahr 2008 unterstellt.

Entwarnung aus den USA – gemäßigter Demokrat liegt in den US-Vorwahlen vorne

Zumindest hat sich ein weiteres Thema, dass vor Kurzem noch als hohes Marktrisiko erschien, etwas entspannt. Bei den US-Vorwahlen in den USA deutet sich nun an, dass nicht der weit linksorientierte und von den Börsianern als marktfeindlich angesehene Bernie Sanders als Kandidat der Demokraten in die US-Präsidentschaftswahlen ziehen wird, sondern der gemäßigte Joe Biden.

Sowohl der Republikaner Donald Trump als auch der Demokrat Biden sind aus Marktsicht akzeptable Präsidenten. Trump punktet mit niedrigeren Steuern und geringerer Regulierung – das sorgte aber für Handelsstress. Biden hingegen dürfte einige Steuererleichterungen von Trump wieder rückgängig machen.

Aktuell liegen die Wahrscheinlichkeiten, das Präsidentschaftsamt zu erreichen, laut Bergos Berenberg bei jeweils circa 47 Prozent für Trump und Biden, für Sanders hingegen mittlerweile nur noch im niedrigen einstelligen Prozentbereich – all dies unter der Bedingung, dass die jeweils über 70-jährigen Kandidaten gesund bleiben.

Bietet sich jetzt eine Kaufgelegenheit?

Im aktuellen Umfeld bevorzugt Bergos Berenberg vorerst eine neutrale Positionierung bei Aktien. In dieser Phase könnten jederzeit weitere Rückschläge den Markt beeinflussen. Für langfristige Anleger könnte dies jedoch kein schlechter Einstiegszeitpunkt für Aktien sein. Für Investoren gilt es, in wackligen Zeiten nicht in Panik zu verfallen, sondern die Ruhe zu bewahren. Die hochemotionale Verunsicherung des Marktes könne sich in der Rückschau durchaus als eine gute Gelegenheit herausstellen, um sich rational und verhältnismäßig günstig in langfristigen, zukunftsweisenden Marktbereichen zu positionieren.

Alle Portfolios der Bank weisen schon seit über einem Jahr ein Übergewicht in Gold auf. Das Edelmetall gilt nach wie vor als natürliche Absicherung. In Krisenzeiten dämpft eine Gold-Allokation meistens die Verluste in einem Multi-Asset-Portfolio. Zudem wurde die Duration der US-Anleihen verlängert, was sich bereits ausgezahlt hat, da die Anleiherenditen weiter gefallen sind.

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