Michael Hartnett ist Investment-Chefstratege bei BofA Merrill Lynch.

Michael Hartnett ist Investment-Chefstratege bei BofA Merrill Lynch.

Investoren-Umfrage

Fondsmanager pessimistisch gegenüber Europa-Aktien

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Mit Blick auf den noch immer sehr unattraktiven Anleihenmarkt erklärt Michael Hartnett von BofA Merrill Lynch: „Wir erwarten weiter steigende Aktienkurse.” Grund zum Aktien-Optimismus gibt den internationalen Fondsmanagern einerseits ein anziehendes Wachstum der Weltwirtschaft: Der aktuellen Branchenumfrage von BofA Merrill Lynch Global Research zufolge rechnen aktuell 23 Prozent der Investoren mit einem steigenden Wirtschaftswachstum in den nächsten zwölf Monaten.

Andererseits setzen die Fondsmanager darauf, dass die weltweit wichtigsten Notenbanken ihre expansive Geldpolitik weiter fortsetzen. Nur 13 Prozent der Teilnehmer erwarten von der Bank of Japan oder der Europäischen Zentralbank auf Jahressicht eine Zinswende. Um sich für weitere Aktienkäufe für ihre Fondsportfolios bereitzuhalten, beträgt ihre durchschnittliche Cash-Quote im August 5,4 Prozent. Das sind 0,4 Prozentpunkte weniger als im Vormonat.

Angst vor Zerfall der Europäischen Union

US-Titel kommen in den internationalen Aktienportfolios der Fondsmanager aktuell auf den höchsten Anteil seit Januar 2015. Schwellenländer-Investments liegen sogar wieder auf dem Niveau vom September 2014. Und auch das Engagement in japanischen Aktien wurde im vorigen Monat leicht erhöht. Deutlich vorsichtiger sind die Manager dagegen bei Aktien aus der Eurozone. Ein Zerfall der Europäischen Union zählt für internationale Fondsmanager aktuell zu den größten Risiken für ihre Investments.

Nach dem Brexit-Votum der Briten Ende Juni sind Aktien aus dem Vereinigten Königreich laut BofA Merrill Lynch Global Research derzeit die am wenigsten bevorzugten Titel der Fondsmanager. Britische Großunternehmen sind für Manish Kabra, Europa-Aktienstratege bei BofA Merrill Lynch, dagegen derzeit empfehlenswert. Denn deren Aktienkurse dürften auch trotz eines schwächeren Bruttoinlandsprodukts in Großbritannien demnächst wieder anziehen.

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