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Seit Sommer 2018 dürfen Frauen in Saudi-Arabien Auto fahren: Das Land öffnet sich, und auch der Aktienmarkt kommt in Bewegung.  | © Getty Images

IPO von Saudi Aramco

Die Golfregion wird für Anleger interessant

Der Börsengang von Saudi Aramco ist nicht nur aufgrund der eindrucksvollen Bewertung des Unternehmens in Höhe von 1,5 bis 2 Billionen US-Dollar von Bedeutung. Der IPO könnte auch dem lange erwarteten Privatisierungsprogramms des Königreichs Schub verleihen.

Vorgesehen ist ein Aramco-Streubesitzanteil von 5 bis 10 Prozent. Eine erfolgreiche Notierung der größten Erdölfördergesellschaft der Welt an der saudischen Börse (Tadawul) würde den lokalen Anlegern einen dringend benötigten Vertrauensschub geben. In der Folge könnten weitere saudische Unternehmen an die Börse gehen. Das ehrgeizige Ziel der saudischen Behörden ist es, die Anzahl der an der Tadawul notierten Unternehmen bis zum Jahr 2022 von 193 auf 250 erhöhen.

Der Börsengang von Saudi Aramco bildet den Eckpfeiler der „2030 Vision“ Saudi-Arabiens. Wir erwarten, dass die Privatisierung von Staatsvermögen ausländische Kapitalzuflüsse nach Saudi-Arabien beschleunigen, die Liquidität und Transparenz verbessern und einen anhaltenden Beitrag zur Loslösung der saudischen Wirtschaft von ihrer Ölabhängigkeit leisten wird. Die saudische Regierung möchte nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren durch weitreichende Privatisierungen 200 Milliarden US-Dollar einnehmen. Die Summe beinhaltet die Privatisierung von Vermögen unter anderem in den Sektoren Gesundheit, Wasser, Verkehr, Bildung, Kommunen, Energie, Sport und Kommunikation. Bis zum Jahr 2020 sollen die Privatisierungen in diesen Sektoren nach dem Wunsch der saudischen Regierung 9 bis 11 Milliarden US-Dollar erlösen.

Im zweiten Quartal dieses Jahres wurden unseren Beobachtungen zufolge an der Tadawul nur zwei Börsengänge vollzogen, gegenüber vier im gleichen Zeitraum 2018. Unserer Ansicht nach ist eine breitere Abbildung der einzelnen saudischen Sektoren an der Tadawul nötig, um den saudischen Aktienmarkt breiter aufzustellen und in den Augen internationaler Anleger „investierbarer“ zu machen.

Was wurde bisher erreicht?

Für den Börsengang hat sich Saudi Aramco in den vergangenen zwei Jahren gut vorbereitet. So haben sich die Maßnahmen für Berichterstattung und Transparenz verbessert und scheinen nun eher den Standards und bewährten Praktiken der Branche zu genügen. Aus unserer Sicht hat sich die Ölfördergesellschaft entspricht die Denkweise des Unternehmens nun mehr einem regulierten Börsenunternehmen.

Die Sogwirkung des Verkaufs von Aramco-Aktien auf den IPO-Markt des Landes ist nicht zu unterschätzen. Es ist absehbar, dass durch die stark gestiegene Aufmerksamkeit die internationalen Anleger Saudi-Arabien und insbesondere Aramco fest in den Blick nehmen. Dadurch könnten weitere lokale Unternehmen im saudischen Königreich ihre bereits geplanten Börsengänge beschleunigt angehen.

Zu beachten sind auch die erheblichen Auswirkungen, die der Börsengang von Aramco auf die Kapitalmärkte der Region Naher Osten und Nordafrika (MENA) und das Schwellenländer-Universum insgesamt haben wird.

Was der IPO für die Region bedeutet

Ende Oktober 2019 hatte die MENA-Region im MSCI Emerging Market Index einen Anteil von 4,4 Prozent. Saudi-Arabien macht nach MSCI-Angaben seit seiner Aufnahme 2,4 Prozent des Index aus. Die MENA-Gewichtung im MSCI Emerging Market Index dürfte nach der Aufnahme Kuwaits 2020 auf 5 Prozent ansteigen. Allein dadurch, dass Aramco 5 Prozent seiner Unternehmensanteile an die Börse bringt, würde nach unseren Schätzungen der MENA-Anteil im MSCI-Schwellenländer-Index um bis zu 1,8 Prozent steigen. Die Gesamtgewichtung der MENA-Region würde fast 7 Prozent erreichen und die Region damit auf eine Stufe mit den europäischen Schwellenländern, Brasilien, Südafrika und Indien stellen, rechnet der aktuelle IPO Monitor Report des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens PwC vor.

Weil mehr lokale Unternehmen an den Markt gebracht werden, ist zu erwarten, dass Corporate Governance und Transparenz im Land gestärkt werden, weil Börsenunternehmen unter genauer Beobachtung durch Marktregulierer und institutionelle und private Anleger stehen. Ein weiterer Vorteil der Börsennotierung von zuvor staatlichen Vermögenswerten besteht darin, dass ein IPO große strategische Anleger mit oft globalem Fokus anlockt, die frisches Denken und innovative Ideen der Unternehmensführung mitbringen.

Was kommt als nächstes?

Wir sind überzeugt, dass sich die ausländischen Kapitalzuflüsse mit dem an Dynamik gewinnenden Privatisierungsprogramm Saudi-Arabiens beschleunigen dürften. Dies wird mit erhöhter Aktienmarktliquidität, verbesserter Corporate Governance und höherer Transparenz einhergehen.

Auch die Regeln und Vorschriften für Börsengänge in Saudi-Arabien entwickeln sich weiter. Saudi-Arabien arbeitet daran, Hemmnisse für Unternehmen zu beseitigen, die einen Börsengang erwägen. Der Kapitalmarktbehörde (CMA) des Landes gebührt für die in den vergangenen Jahren geleistete Arbeit Beifall. Ihr ist es gelungen, die Tadawul für weltweite Anleger besser zugänglich und lohnender zu machen. Vor diesem Hintergrund dürften auch die Anleger im Inland von einem besser institutionalisierten und liquideren Aktienmarkt profitieren.

Kürzlich getroffene Abkommen, die Unternehmen aus anderen Golf-Staaten die Zweitnotierung an der Tadawul erlauben sollen, sind ein weiterer Beleg für den zukunftsorientierten Ansatz, den die saudischen Regulierer für das Wachstum und die Entwicklung des Aktienmarktes verfolgen. Absehbar ist, dass im Laufe der Zeit weitere Unternehmen eine Notierung am saudischen Aktienmarkt ins Auge fassen werden. Dabei gilt: Die Dynamik des Wandels sollte weitergehen, denn es gibt immer noch großen Bedarf an Reformen.

Fazit

Eine erfolgreiche Notierung von Saudi Aramco würde aus unserer Sicht zeigen, welchen Weg der lokale Markt in einer kurzen Zeit zurückgelegt hat. Der Börsengang könnte überdies der dringend benötigte Katalysator für andere künftige Großprojekte der Privatisierung im Rahmen der „Vision 2030“-Strategie des Landes sein. Nach unserer Überzeugung verheißt die jüngste Entwicklung für den Aktienmarkt Saudi-Arabiens Gutes und stärkt den Ruf des Königreichs als aufgehender Stern am Firmament der Schwellenländer.

Wichtige Hinweise:

Bitte beachten Sie, dass es sich bei diesem Dokument um werbliche Informationen allgemeiner Art und nicht um eine vollständige Darstellung bzw. Finanzanalyse eines bestimmten Marktes, eines Wirtschaftszweiges, eines Wertpapiers oder des/der jeweils aufgeführten Investmentfonds handelt. Franklin Templeton Investments veröffentlicht ausschließlich produktbezogene Informationen und erteilt keine Anlageempfehlungen. SICAV-Anteile dürfen Gebietsansässigen der Vereinigten Staaten von Amerika weder direkt noch indirekt angeboten oder verkauft werden. Für eine Anlageberatung wenden Sie sich bitte an einen qualifizierten Berater. Gerne nennen wir Ihnen einen Berater in Ihrer Nähe. Die vorgenannten Unterlagen finden Sie auch auf unserer Homepage in Deutschland unter franklintempleton.de/fondsdokumente bzw. in Österreich unter franklintempleton.at/fondsdokumente oder Sie erhalten diese kostenlos bei Franklin Templeton Investment Services GmbH, Postfach 11 18 03, 60053 Frankfurt a. M., Mainzer Landstraße 16, 60325 Frankfurt a. M., Tel. 08 00/0 73 80 01 (Deutschland), 08 00/29 59 11 (Österreich), Fax: +49(0)69/2 72 23-120, info@franklintempleton.de, info@franklintempleton.at.

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