Die langfristigen Perspektiven in den Schwellenländern Asiens sind vielversprechend, denn die Region verfügt über enorme Ressourcen. Allein die junge, stark wachsende Bevölkerung, die in Richtung der globalen Mittelschicht strebt, und der technologische Fortschritt bieten viel Potenzial für Investments in asiatischen Unternehmen.

Zwar belasten die von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Zollstreitigkeiten auch die aufstrebenden asiatischen Märkte und könnten das Wachstum in den handelsorientierteren Volkswirtschaften kurzfristig verlangsamen. Doch in China, Indien und den Asean-Staaten herrscht mittlerweile ein reger Binnenhandel gepaart mit einer hohen Nachfrage, die von den globalen Handelsstreitigkeiten weit weniger betroffen ist.

 

Darüber hinaus zielt die Politik in vielen dieser Staaten darauf ab, die eigene Wirtschaft stärker zu fördern. Eine starke Wirtschaft sorgt nicht nur für mehr Stabilität, sondern bietet auch Chancen für diversifizierte Investments in der Region. Immerhin liegen die Erwartungen für das Wirtschaftswachstum in China in diesem Jahr bei 5 Prozent und in Indien, der zuletzt am schnellsten wachsenden großen Volkswirtschaft der Welt, sogar bei 6,5 Prozent.

Unterstützend wirkte sich zuletzt auch der schwächere US-Dollar auf die asiatischen Schwellenmärkte aus. Bereits in der Vergangenheit konnten sich Schwellenländeraktien in Schwächephasen des US-Dollar oftmals besser entwickeln als die der Industrieländer.

Technologischer Fortschritt als Wachstumstreiber

In ganz Asien sind enorme Fortschritte in der Entwicklung und Anwendung künstlicher Intelligenz (KI) zu beobachten. So sorgte der Markteintritt von Deepseek AI zu Jahresanfang international bereits für hohe Aufmerksamkeit. Ursprünglich wurde Deepseek lediglich für den chinesischen Markt entwickelt, steht inzwischen allerdings weltweit als Sprachmodell zur Verfügung und überzeugt mit einer hohen Genauigkeit vor allem bei technischen Problemlösungen und mathematischen Programmierungen. Die App wurde kurz nach ihrer Veröffentlichung sogar zur meistgeladenen kostenlosen KI-Anwendung in den USA. Es ist zu erwarten, dass der Technologie-Sektor das Wachstum in der gesamten asiatischen Region auch in den nächsten Jahren weiter antreiben wird.

iShares MSCI EM Asia: Kostengünstiger Asien-ETF

Der bereits im August 2010 in Irland aufgelegte iShares MSCI EM Asia ETF USD (ISIN: IE00B5L8K969) bildet die Entwicklung des MSCI Emerging Markets Asia Index physisch nach. Der Index enthält rund 1.000 große und mittelgroße Unternehmen aus acht Schwellenländern und deckt damit etwa 85 Prozent der um den Streubesitz bereinigten Marktkapitalisierung in jedem der enthaltenen Länder ab. Dazu zählen neben China, Indien und Taiwan, die zusammen auf einen Anteil im Index von rund 80 Prozent kommen, auch Südkorea, Malaysia, Indonesien, Thailand und die Philippinen.

Technologietitel dominieren mit einem Anteil von nahezu 30 Prozent, gefolgt von Finanzwerten, die knapp 20 Prozent der Gewichtung ausmachen und zyklischen Konsumgütern mit rund 16 Prozent. Das Schwergewicht im Index ist der taiwanesische Chip-Produzent Taiwan Semiconductors mit einem Anteil von gut 11 Prozent, gefolgt vom chinesischen Internet-Giganten Tencent, dessen Gewichtung gut 6 Prozent ausmacht.

Aus Effizienzgründen investiert der iShares MSCI EM Asia ETF mit rund 5 Prozent auch in den iShares MSCI China A ETF, der seinerseits die Wertentwicklung von mehr als 400 chinesischen Aktien abbildet. Das Fondsvolumen des thesaurierenden Aktien-ETFs liegt bei 2,93 Milliarden Euro und die Gesamtkostenquote (TER) liegt bei kostengünstigen 0,20 Prozent pro Jahr.

Ordentlicher Wertzuwachs, niedrige Bewertungen

In den vergangenen fünf Jahren sind die asiatischen Schwellenländer deutlich hinter der Entwicklung der westlichen Industrieländer zurückgeblieben, was insbesondere auf die schwache Börsenentwicklung Chinas in der Zeit nach der Covid-19-Pandemie zurückzuführen ist.

So beträgt der Wertzuwachs des iShares MSCI EM Asia ETF über fünf Jahre in Summe rund 40 Prozent, was einer jährlichen Wertsteigerung von etwa 7 Prozent entspricht. Über drei Jahre kommt der iShares-ETF auf einen Wertzuwachs von rund 17 Prozent, das entspricht gut 5 Prozent pro Jahr. Über ein Jahr liegt die Rendite aktuell ebenfalls bei etwas über 5 Prozent.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter 13 sind die enthaltenen Titel im Durchschnitt günstig bewertet, vor allem in Relation zu dem langfristig geschätzten Gewinnwachstum, das bei den Unternehmen durchschnittlich bei rund 10 Prozent liegt.

 

Wachstumspotenzial mit einigen Risiken

Die asiatischen Schwellenländer bieten noch viel Wachstumspotenzial. Die Unternehmen sind fundamental keineswegs überbewertet. Der chinesische Aktienmarkt vollzieht seit Oktober 2024, auch von den geldpolitischen Maßnahmen der Regierung und Notenbank stimuliert, einen beeindruckenden Turnaround. Lediglich die schwebenden Zollverhandlungen mit den USA belasten derzeit noch.

Erste Anzeichen für eine Verbesserung zeigen sich jedoch. So haben die USA Teile der aus China importierten Unterhaltungselektronik von Zöllen befreit. Im Gegenzug hat China die Zölle auf aus den USA importierte Halbleiter, Arzneimittel und Flugzeugtriebwerke aufgehoben. Die weiteren Verhandlungen laufen und sollten für Entspannung sorgen. Darüber hinaus bietet der starke Binnenmarkt ein stabiles Fundament und in den wachstumsstarken Technologieunternehmen steckt noch viel Potenzial.

Dennoch brachten Investments in die asiatischen Schwellenländer in der Vergangenheit oftmals deutlich höhere konjunkturelle Schwankungen mit sich. Mögliche politische und geopolitische Instabilitäten sollten bei einem Investment in dieser Region ebenfalls berücksichtigt werden. Langfristig sollten die Chancen des breit diversifizierten iShares MSCI EM Asia ETF dennoch überwiegen.