James Johnstone (Gastautor)Lesedauer: 5 Minuten

Fondsmanager von RWC Partners Island besticht mit starker Wirtschaft

Island-Pferde
Zuwachs bei den Island-Pferden: Island wurde im Mai 2021 neu in den MSCI Frontier Market aufgenommen. | Foto: imago images / imagebroker

Island hat einen hohen Lebensstandard und zeichnet sich als moderne, wachsende Wirtschaft aus, die politisch stabil und international wettbewerbsfähig ist. Die Bevölkerung ist jung, gut ausgebildet und mehrsprachig, während der Arbeitsmarkt zukunftsorientiert ist und eine hohe Bereitschaft zeigt, neue Technologien zu integrieren. Islands Natur ist atemberaubend und eignet sich für den Tourismus genauso wie für die Gewinnung von kostengünstiger erneuerbarer Energie. Das Land dürfte von der Erholung des Tourismus, seinem robusten Rentensystem und einem positiven makroökonomischen Umfeld profitieren, weshalb in Zukunft mit einer guten Performance zu rechnen ist.

Robuste Erholung nach der Finanzkrise 2008

Islands Finanzcrash im Jahr 2008 war der größte, den ein Land im Verhältnis zu seiner Größe je hinnehmen musste. Als die Krise begann, betrug die Bilanzsumme der drei größten Banken das Zehnfache des nationalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) und das Zwanzigfache des Staatshaushalts. Am Ende des Crashs hatte die Lokalwährung im Vergleich zu einem internationalen Währungskorb zwei Drittel an Wert verloren.

Dies führte zum Zusammenbruch der Regierung und der Einführung von Kapitalverkehrskontrollen. Im Februar 2009 übernahm die Mitte-Links-Partei die Führung. Die Abwertung der Krone wirkte sich positiv auf die Exportindustrie aus, was zu einer relativ raschen Erholung der Wirtschaft beitrug. Die Nominallöhne sanken und Arbeitskräfte wurden somit günstiger. Währenddessen blieb die Arbeitslosenquote unter Kontrolle. Island wurde zu einer attraktiven, kostengünstigen Destination für Touristen.

Sieben Jahre nach der Krise gehörte Island mit einer Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent und einem BIP-Wachstum von 4,1 Prozent zu den Spitzenreitern innerhalb Europas. Mit 2,5 Prozent lag die Inflation unter dem vor der Krise registrierten Niveau. Der Tourismus-Boom hielt an und die Kapitalverkehrskontrollen konnten in der Folge aufgehoben werden. Anfang 2016 zahlte das Land die gesamten 374 Millionen Pfund Entschädigung, welche es britischen und niederländischen Einlegern nach dem Crash schuldete, zurück.

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