It’s over Darling

In der europäischen Finanzhauptstadt London ist die Scheidungsrate in diesem Sommer im Vergleich zum Vorjahr um 150 Prozent in die Höhe geschnellt. Experten machen hierfür an erster Stelle die Kreditkrise und die damit verbundenen finanziellen Einbußen zahlreicher in der Finanzbranche beschäftigten Leute verantwortlich – noch vor der deprimierenden Rückkehr aus dem vorher lange herbeigesehnten Sommerurlaub.

„Persönliche finanzielle Sorgen, eine Nation, die auch im Urlaub nicht richtig abschalten kann und Paare, die für plötzlich für zwei Wochen aufeinander hocken, obwohl sie sich sonst nicht mehr als ein paar Stunden pro Tag zu Gesicht bekommen“, fast der Sprecher einer britischen Anwaltskanzlei die Ursachen für die Trennungswelle zusammen.

Besonders dramatische aber durchaus kalkulierte Szenen sollen sich laut Scheindungsanwälten nun bei Paaren abspielen, bei denen entweder die Ehefrau oder der Ehemann einen gut dotierten Job bei einer Bank, einer Versicherung oder einer Fondsgesellschaft hat. Aufgrund der flächendeckend einbrechenden Unternehmensgewinne werden diese Arbeitnehmer mit heftigen Einbußen ihrer variablen Bezüge rechnen müssen, die bei vielen im vergangenen Jahr noch einen Großteil des Gesamtsalärs ausmachten. Wer seinen Partner einst vordergründig anhand der Größe des Bankkontos ausgewählt hat, sieht das Fundament seines Ehelebens nun zusammenfallen wie ein Kartenhaus.