IWF-Empfehlungen

„Griechenland birgt keine direkten Risiken für Deutschland“

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Der Internationale Währungsfonds schätzt, dass die größte Gefahr für ein deutsches Wirtschaftswachstum zwar von der aktuellen Situation im Euroraum ausgeht, aber nicht unmittelbar mit der Griechenland-Krise zusammenhängen: Der Bankensektor sei nicht stark mit Griechenland verwoben, erklärte Enrica Detragiache, stellvertretende Direktorin des IWF, am Montag vor Journalisten.

Grundsätzlich geht der IWF unverändert davon aus, dass Europas größte Volkswirtschaft dieses Jahr um 1,5 Prozent expandiert. Dabei profitiert Deutschland von einem „doppelten Stimulus“ durch niedrige Energiepreise und die quantitative Lockerung der Europäischen Zentralbank, die den wirtschaftlichen Aufschwung der Eurozone weiter antreiben. Niedrigzinsen und ein starker Arbeitsmarkt stärken zudem die öffentlichen Kassen.

Der Währungsfonds fordert die Bundesregierung zu einer Verstärkung der Investitionen in die öffentliche Infrastruktur auf, insbesondere durch die Schaffung einer neuen Institution für kommunale Investitionen. Damit unterstützt er einen Vorstoß der Expertenkommission des Berliner Ökonomen Marcel Fratzscher, der den Aufbau einer Infrastrukturgesellschaft vorgeschlagen hatte.

Die Investitionspläne von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in Höhe von 10 Milliarden Euro reichen nach Ansicht der Experten aus Washington dagegen nicht aus, in den kommenden vier Jahren die öffentliche Investitionstätigkeit, wie vom Fonds gefordert, um etwa zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu erhöhen.

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