Jahresschlussbörse

Rekord bei Exchange Traded Products und Aktien

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Bei der traditionellen Jahresschlussbörse am 30. Dezember ließ die Börse Stuttgart gemeinsam mit Kunden, Gremienmitgliedern, Freunden, Förderern und Mitarbeitern das Börsenjahr 2015 ausklingen. Dr. Michael Völter, Vorsitzender des Vorstands der Vereinigung Baden-Württembergische Wertpapierbörse e.V., blickte auf ein Rekordjahr im Handel mit Aktien und Exchange Traded Products zurück, das weiterhin von der Geldpolitik der Notenbanken, aber auch durch gravierende wirtschaftliche Ereignisse und starke Marktschwankungen geprägt war.

Der voraussichtliche Handelsumsatz nach Orderbuchstatistik an der Börse Stuttgart im Jahr 2015 beträgt – mit einer Hochrechnung für die letzten zwei Handelstage des Dezembers – über 94,5 Milliarden Euro. Damit liegt der Umsatz an Deutschlands führendem Parketthandelsplatz über alle Anlageklassen hinweg rund 7,7 Prozent über dem Vorjahresniveau. Neue Umsatzrekorde gab es im Handel mit Exchange Traded Products (ETPs) und Aktien: 2015 handelten Privatanleger in Stuttgart ETPs im Volumen von rund 12,5 Milliarden Euro. Das sind 42 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2014. Im Aktienhandel markierte der Umsatz mit rund 17,1 Milliarden Euro ebenfalls ein Rekordniveau. Der Zuwachs gegenüber dem Vorjahr lag hier bei 16,3 Prozent.

Großteil des Gesamtumsatzes entfiel auf verbriefte Derivate


Der Großteil des Gesamtumsatzes entfiel traditionell mit 44,4 Milliarden Euro auf verbriefte Derivate – eine Steigerung von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Angesichts der erhöhten Volatilität wurden 2015 insbesondere Hebelprodukte intensiv gehandelt. Mit einem Marktanteil von rund 64 Prozent in Deutschland verteidigte die Börse Stuttgart bei verbrieften Derivaten ihre Marktführerschaft im börslichen Handel in Europa. Mit rund 68 Prozent Marktanteil bleibt Stuttgart zudem beim börslichen Handel mit Unternehmensanleihen in Deutschland führend.

In seinem Rückblick sagte Völter: „Als Handelsplatz für Privatanleger können wir erkennen, dass viele Anleger 2015 nach Zeiten der Verunsicherung an die Börse zurückgekehrt sind. Die Niedrigzinsphase befördert diesen Trend.“ Nun gelte es, das Vertrauen der Anleger weiter zu fördern, etwa durch hochwertige und neutrale Informationsangebote sowie ein intensives Engagement in Sachen Finanzbildung. „So bestärken wir Privatanleger auf ihrem Weg zum Selbstentscheider“, sagte Völter. Wie hoch der Bedarf ist, belege beispielsweise die kostenfreie Kundenhotline der Börse Stuttgart: „Die Anleger stellen unseren Experten immer detailliertere Fragen zu Wertpapieren, Handelsmöglichkeiten und Orderausführungen – im Jahr 2015 wurden rund 16.000 beantwortet.“

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