Jains Abgang könnte Veränderungen bringen

Jain-Vertraute Faissola & Fan könnten Deutsche Bank Bank verlassen

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Die Investmentbank, die dank Jains Mithilfe zu einer der größten weltweit aufgestiegen war, litt während seiner dreijährigen Amtszeit zunehmend unter Untersuchungen der Aufsichtsbehörden und Rechtsstreitigkeiten wegen Themen, die von Zinssatzmanipulationen bis hin zu Geldwäschevorwürfen reichen.

Jains Nachfolger John Cryan werde einige der Führungspositionen wohl mit eigenen Leuten besetzen, sagt John Purcell, CEO der Londoner Personalberatung für Führungskräfte Purcell & Co.

„Ein Abgang von Fan und Faissola scheint unvermeidlich“, so Purcell. „Nicht weil sie nicht kompetent oder zuverlässig wären, sondern weil sie mit der draufgängerischen Herrschaft von Jain in Verbindung gebracht werden.“

Jain und Faissola sind beide 1995 zur Deutschen Bank gekommen, Fan stieß drei Jahre später dazu. Unter Jain wurde Fan 2012 zum Co-Leiter der Investmentbank befördert. Faissola, der für Zinsen und Rohstoffe verantwortlich war, wurde zum Chef des kombinierten Bereichs Asset & Wealth Management ernannt.

Im ersten Quartal stieg der Ertrag bei der Investmentbank unter Co-Leitung von Fan gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent auf 4,65 Milliarden Euro; Fixed-income Sales and Trading legten neun Prozent zu, Equities Sales 31 Prozent. Die Sparte Asset & Wealth Management unter der Verantwortung von Faissola meldete einen 75-prozentigen Anstieg beim Vorsteuergewinn.

Am Sonntag hatte die Bank mitgeteilt, dass Jain Ende Juni gehen wird. Cryan wird demnach das Ruder übernehmen, um die Kostensenkungsbemühungen zu überwachen, die Profitabilität zu verbessern und die Rechtsstreitigkeiten beizulegen. Cryan, früherer Finanzchef der UBS Group AG, wird die Deutsche Bank gemeinsam mit Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen führen, bis dieser sich im Mai nächsten Jahres zurückzieht.

„Wenn man einen Baum verpflanzt, dann sollte man die Wurzeln mitnehmen“, sagt Jason Kennedy, CEO der Personalberatung Kennedy Group in London. „Die Frage ist, ob der CEO entscheidet, seine eigenen Leute mit an Bord zu nehmen, was normalerweise immer so war. Das dürfte sechs Monate dauern; aber Führungspersönlichkeiten umgeben sich mit Leuten, die sie kennen.“

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