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Jamie Horvat Auf diese Titel setzt der Fondsmanager des M&G Global Basics

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„Superzyklus“ bei Rohstoffen vorbei

Laut Fondsmanager Jamie Horvat sehen sich die Investoren derzeit mit mehreren Problemen konfrontiert. China kämpft mit einem nachlassenden Wirtschaftswachstum, da sich das Land von einer auf Industrieproduktion basierenden Volkswirtschaft zu einer Dienstleistungsgesellschaft wandelt. Diese Transformation ist ein Hauptgrund für die sinkende Nachfrage nach diversen Rohstoffen gewesen und resultierte in fallenden Preisen. Auf dieser Basis scheint es so, als sei der „Superzyklus“ bei Rohstoffen vorbei. Dessen ungeachtet sollten sich aber im Fahrwasser der steigenden Inlandsnachfrage gleichfalls einige aufregende Anlagegelegenheiten im Konsumsektor bieten. Trotz der Preisrally (von 30 USD im Januar auf 50 USD im August) ist der Ölpreis weiterhin volatil, da sich der Umgang mit der globalen Flut an Rohöl als schwierig erweist. Die stark gefallenen Ölpreise werfen nicht nur Fragen hinsichtlich der höher verschuldeten Ölfirmen auf, die in den Bereichen Exploration und Produktion aktiv sind, sondern führen auch zu Sorgen um die Kreditgeber.

Die niedrigen Ölpreise sind zwar für die Ölproduzenten schmerzhaft, sie sollten aber andererseits die Verbraucherausgaben ankurbeln und so eine Konjunkturerholung unterstützen. Horvat betrachtet den Energiesektor immer noch mit Vorsicht, was teilweise an seiner Einschätzung liegt, dass die Nachfrage nach Öl verhalten bleiben wird. Vor frühestens der zweiten Jahreshälfte 2017 erwartet er keine nachhaltige Erholung der Ölpreise.

In seinen Augen wird der sogenannte „Yield Carry Trade“ – Investoren leihen günstig Kapital und investieren in Vermögenswerte mit höheren Erträgen wie beispielsweise Aktien mit einer ansprechenden Dividende – unter Umständen anhalten. Die Investoren haben den US-amerikanischen Aktienmarkt aufgrund dessen defensiver Qualitäten bevorzugt und, obwohl er laut Horvat nur wenig Wert bietet, kann es hier durchaus zu potenziellen Überbewertungen kommen, sollte die US-Notenbank Fed weiter Zinserhöhungen aufschieben. Sollte die Fed sich jedoch für eine Zinserhöhung zum Jahresende entscheiden, dann besteht das Risiko, dass die USA und die globalen Aktienmärkte einen Verkaufswelle erleben werden.

Weiterhin sei noch erwähnt, dass die Kurse einiger auf ihre jeweiligen Inlandsmärkte ausgerichteten Unternehmen im Anschluss an das Brexit-Votum Federn gelassen haben. Die Investoren sorgen sich um ein abgeschwächtes Wachstum insbesondere in Großbritannien. Die geldpolitischen Bedingungen sind jedoch weiterhin sehr hilfreich. In Großbritannien sogar noch mehr, nachdem jüngst eine Zinssenkung und ein Konjunkturpaket bekannt gegeben wurden.

Unglücklicherweise setzen die niedrigen und in manchen Ländern negativen Zinsraten in Horvats Augen keine expansiven Impulse für die Wirtschaft. Er hofft, dass die geldpolitischen Entscheidungsträger irgendwann in der Zukunft zu der Einsicht kommen werden, dass die „reale“ Wirtschaft wichtiger ist als die „Papierwirtschaft“. Horvat würde fiskalen Konjunkturmaßnahmen in der Form von Infrastrukturausgaben den Vorzug geben. Diese würden Arbeitsplätze schaffen und letztendlich zu größeren Verbraucherausgaben führen.

Vor diesem unsicheren Hintergrund ist der Fondsmanager der Überzeugung, dass ein auf dauerhafte Themen oder (Super-)Trends ausgerichteter Investmentprozess in Kombination mit einer robusten und fundamental orientierten Titelauswahl – Qualität, Wachstum, Bewertung – attraktive Erträge für die Anleger erwirtschaften kann.

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