Janus Henderson Investors Amerikanischer Touch für europäische High Yields

Janus Henderson Investors: Amerikanischer Touch für europäische High Yields | © Janus Henderson Investors

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Nicht erst seit der Landung amerikanischer Soldaten in der Normandie im Zweiten Weltkrieg verbinden Amerikaner und Europäer starke kulturelle und sprachliche Bande. In jüngster Zeit hat sich der Blick des Weißen Hauses jedoch vom Atlantik auf den Pazifik verlagert, wo sich das wieder erstarkte China zu einem direkten Konkurrenten der führenden Wirtschaftsmacht USA gemausert hat.

Aber auch wenn sich der politische Fokus verschieben mag: Amerikas Unternehmen zieht es weiterhin nach Europa. Dies ist nicht zuletzt auf die günstigeren Finanzierungskosten auf dem alten Kontinent zurückzuführen. Während der Leitzins der US-Notenbank in einer Bandbreite von 2,25 bis 2,50 Prozent liegt, verharrt das Pendant der Europäischen Zentralbank bei Null. Das schlägt sich auch bei den Kreditkosten in der Gesamtwirtschaft nieder, sodass Staats- und Unternehmensanleihen in Europa in der Regel mit niedrigeren Renditen gehandelt werden.

Begibt ein Unternehmen aus den USA eine Anleihe außerhalb seines Heimatmarktes in einer anderen Währung als US-Dollar, wird diese als „Reverse Yankee“-Anleihe bezeichnet. Das kommt daher, dass die von einem Nicht-US-Unternehmen in den USA emittierten und auf Dollar lautenden Anleihen „Yankee Bonds“ genannt werden. Für den umgekehrten Fall stellt man daher das Präfix „Reverse“, englisch für umgekehrt, voran.

Warum im Ausland Kapital aufnehmen?

Für ein Unternehmen sprechen diverse Gründe für eine Emission von Anleihen außerhalb des Heimatmarktes:

  • Niedrigere Finanzierungskosten: An einem Auslandsmarkt mit niedrigeren Renditen ist der Zinsaufwand geringer. Das verringert auch die Kreditaufnahmekosten;
  • Verbindlichkeiten und Umsatzerlöse aufeinander abstimmen: Erwirtschaftet ein Unternehmen einen erheblichen Teil seines Umsatzes in einer Fremdwährung, kann es sinnvoll sein, auch einen Teil seiner Verbindlichkeiten in dieser Währung aufzunehmen;
  • Fusionen und Übernahmen: Für die geplante Übernahme eines Unternehmens im Ausland will das Unternehmen Kapital in der Landeswährung zur Finanzierung der Transaktion aufnehmen;
  • Breitere Gläubigerbasis: Das Unternehmen will seine Gläubigerbasis verbreitern, da der Pool der Kreditgeber von Region zu Region unterschiedlich sein kann.

Aber natürlich ist die Rendite nicht das alleinige Kriterium. Das Unternehmen muss bei seinen Plänen auch berücksichtigen, wie die Aufnahmefähigkeit des Marktes für seine Emission ist und ob genug Interessenten dafür vorhanden sind. Auch die Kosten für die Währungsabsicherung müssen ins Kalkül gezogen werden. Das gilt vor allem für US-Unternehmen mit höheren Umsätzen im Inland als in Europa, bei denen es wahrscheinlicher ist, dass die auf Euro lautenden Finanzmittel in Dollar umgetauscht werden.

Ende Februar machten Unternehmen aus den USA 16,3 Prozent des ICE BofAML European Currency Non-Financial High Yield 2% Constrained Index aus. Weitere 8,9 Prozent dieses High-Yield-Indexes stellen andere Emittenten außerhalb Europas.

Grafik 1: Aufschlüsselung der Emittenten europäischer High Yields nach Ländern, in Prozent

Quelle: Bloomberg, ICE BofAML European Currency Non-Financial High Yield 2% Constrained Index, Stand: 28. Februar 2019.