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Janus Henderson Investors: Durch volatile Anleihemärkte navigieren | © Janus Henderson Investors

Janus Henderson Investors

Durch volatile Anleihemärkte navigieren

Hinweis: Diese News ist eine Mitteilung des Unternehmens.

Bis zum Sommer letzten Jahres gingen Anleiheinvestoren davon aus, dass die Fed 2019 weiter kontinuierlich die Zinszügel anziehen und das kurze Ende der US-Staatsanleihekurve entsprechend steiler werden würde. Fiskale Stimulusmaßnahmen und starke Wirtschaftsdaten machten einen Renditeanstieg bei zehnjährigen Treasuries über die Marke von drei Prozent erstmals seit 2014 wahrscheinlich. Geschürt wurde diese Erwartung auch durch die Lohnentwicklung mit jährlichen Zuwächsen jenseits von drei Prozent sowie Äußerungen des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell, demzufolge die Zinsen „weit von neutralem Niveau entfernt“ waren, weshalb die Märkte mit weiteren Zinserhöhungen rechneten. Derart angeheizt, stiegen die Zinsen im Herbst entlang der gesamten Zinskurve. Aber das sollte nicht von Dauer sein.

Die Trendwende bei Treasuries im Spätjahr und die Spread-Weitung bei Unternehmensanleihen legen nahe, dass sich die Erwartungen des Marktes für 2019 erheblich verändert haben. Für den Renditerückgang und die Abflachung der Kurve gibt es viele Gründe. Für ausschlaggebend halten wir jedoch den erwarteten Zinspfad der Fed.

Plan A – verworfen?

Aus mehreren Gründen gingen Anleger von höheren Zinsen aus, vor allem aber, weil es die Fed gesagt hatte. Ihre Erwartungssteuerung hatte sie damit begründet, für Transparenz mit Blick auf die künftige Zinsentwicklung sorgen zu wollen, um die Märkte nicht auf dem falschen Fuß zu erwischen. Viele glaubten, die Fed wolle sich mehr „trockenes Pulver“ verschaffen, um so besser für einen Konjunkturabschwung gewappnet zu sein. Auch die Wirtschaftsdaten sprachen für weitere Zinsstraffungen. Für 2018 gehen erste Schätzungen von einem BIP-Wachstum in den USA von drei Prozent aus, getragen von der starken Kauflust der Verbraucher und den Unternehmensinvestitionen. Steigende Löhne mahnten die Währungshüter, die Inflation im Auge zu behalten. Zu guter Letzt hatte der ungewöhnlich lange Konjunkturzyklus hohen Bewertungen bei Risikoanlagen wie Aktien und Unternehmensanleihen und einer Aufweichung der Kreditbedingungen Vorschub geleistet. All dies konnten die Zentralbanker als Hinweise auf eine Überhitzung der Wirtschaft interpretieren.

Was hat sich seitdem verändert?

Angesichts der Lage auf dem Arbeitsmarkt, an dem nach Meinung vieler Vollbeschäftigung herrscht, besteht keine Notwendigkeit mehr, die Zinsen niedrig zu halten. Da aber die Inflation weiter zu wünschen übrig lässt, gibt es eigentlich keinen Grund, die aggressive Straffungspolitik fortzusetzen. Wir sind vielmehr der Meinung, dass die inflationsdämpfenden Kräfte zuletzt stärker geworden sind. Nachdem die Kerninflation das Zwei-Prozent-Ziel der Fed erreicht hatte, ist sie erneut unter diese Marke zurückgefallen. Dieser Abwärtstrend dürfte sich beschleunigen, darauf deuten jedenfalls die annualisierten Monatsdaten hin. Sollte der Ölpreiseinbruch um 30 Prozent vom Spätjahr nicht nur ein kurzes Intermezzo sein, könnten die niedrigeren Preise bei der Kerninflation durchschlagen und das von der Fed favorisierte Inflationsbarometer weiter auf Talfahrt schicken.

Grafik 1: Kern-PCE-Index, annualisierte 3-Monatsveränderung

                                    Quelle: Bloomberg, Dezember 2018; PCE = Personal Consumption Expenditures (private Konsumausgaben).

Niedrigere Ölpreise kommen zwar vielen Branchen zugute. Weil aber Öldienstleister an Bedeutung für die US-Wirtschaft gewinnen, könnten sie sich ungünstig auf die Wachstumsprognosen auswirken. Die von den Entwicklungen am Ölmarkt ausgehenden Risiken werden indes durch den Handelsstreit in den Schatten gestellt, der die Unternehmen wegen der Unsicherheiten mit Blick auf den Welthandel zu erhöhter Vorsicht zwingt. Diese Verunsicherung macht China und den Ländern mit engen Handelsbeziehungen zum Reich der Mitte besonders zu schaffen.

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