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Verbesserte Wertschöpfung für Aktionäre Japanische Aktien: Für künftige Outperformance brauchen sie neue Unterstützung

Vorbereitungen für die Expo 2025 in Osaka
Vorbereitungen für die Expo 2025 in Osaka: Wenn aktuelle Reformen in Japan erfolgreich greifen, könnten japanische Aktien in eine neue Phase deutlicher Outperformance eintreten. | Foto: Imago Images / Kyodo News

Japanische Aktien haben seit Jahresbeginn mit einem Plus von 20,8 Prozent bis zum 27. März 2024 (Entwicklung des Nikkei-Index in Yen, 31.12.2023 bis 27.03.2024) eine positive Entwicklung verzeichnet. Kürzlich erreichte der Nikkei ein Allzeithoch und hat damit den Kursstand überschritten, der in der Spekulationsblase am japanischen Aktien- und Immobilienmarkt im Jahr 1989 erreicht wurde. Diese Entwicklung ist mit zyklischen Faktoren wie dem Aufschwung der globalen Wirtschaftsindikatoren und weitgehend mit der Abwertung des Yen verbunden.

Japan hat seit der Abenomics-Ära eine Reihe von Reformen erlebt. Diese scheinen nun endlich Früchte zu tragen und könnten, falls sie erfolgreich fortgesetzt werden, weitere Unterstützung für Japan-Titel bieten.

 

Japanische Blue-Chip-Aktien, die hauptsächlich Exportunternehmen mit einem zyklischen Charakter umfassen, haben historisch gesehen von einer Erholung im globalen Konjunkturzyklus profitiert. Nach einem langen Rückgang der globalen Konjunkturindikatoren, vor allem der Einkaufsmanagerindizes, stabilisierten sich die Indikatoren im Jahr 2023 und haben sich 2024 mit dem Erreichen von Werten über 50 Punkten in den Expansionsbereich (Werte über 50 Punkte signalisieren wirtschaftliche Expansion, während Werte unter 50 auf eine schrumpfende Wirtschaft hinweisen) bewegt, wie Datastream IBES berichtete. Für japanische Unternehmen schlägt sich dieser Trend logischerweise in positiven Gewinnrevisionen nieder, wobei die Wachstumserwartungen zuletzt stetig nach oben revidiert wurden und Datastream IBES zufolge ein Ziel von +8,4 Prozent für das Geschäftsjahr 2025 erreichen.

Grafik 1: Gewinn je Aktie in Japan und globaler Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe

Die Bewertungen japanischer Aktien haben auch vom Ende des deflationären Zyklus profitiert, der Mitte der 1990er-Jahre begann. Die Inflationsprognosen in Japan haben in letzter Zeit zugenommen und sind nun bei über 2 Prozent verankert (siehe Grafiken 2 und 3). Sollte sich dieser inflationäre Trend fortsetzen, könnten die Gewinnmargen der Unternehmen weiterhin steigen und die Bewertungen ihren Abschlag zu globalen Aktien reduzieren. Diese Dynamik könnte nach unseren Berechnungen ein Aufwärtspotenzial von mehr als +13 Prozent bieten.

Grafik 2: VPI-Prognosen für japanische Unternehmen

Diese positive Entwicklung ist jedoch größtenteils auf die starke Abwertung des Yen zurückzuführen. Börsennotierte japanische Unternehmen, die stark vom internationalen Handel abhängig sind, profitierten von der Abwertung des Yen. Die seit Jahresbeginn um 8 Prozent gefallene japanische Währung hat einen Anstieg des japanischen Aktienmarktes (in Yen gerechnet) um 20,8 Prozent (IBES Datastream) unterstützt. Die Outperformance japanischer Aktien im Vergleich zu globalen Indizes ist jedoch in US-Dollar gerechnet mit +3 Prozent (YTD-Vergleich MSCI Japan vs. MSCI World in US-Dollar am 27.03.2024) deutlich schwächer, was die Auswirkungen des Yen auf die Performance des japanischen Index unterstreicht.

Die Unterstützung des Yen für japanische Aktien dürfte jedoch nachlassen, da weitere Abwertungen unwahrscheinlich erscheinen. Tatsächlich hat Japans Notenbank kürzlich ihre Politik negativer Zinssätze beendet, während die US-Notenbank und die Europäische Zentralbank eine eher taubenhafte Haltung mit bevorstehenden Zinssenkungen eingenommen haben. Das begrenzt die Aussichten für einen weitere Abwertung des Yen, wodurch folglich auch eine weitere Unterstützung für den japanischen Aktienmarkt begrenzt bleibt.