Der Einstiegszeitpunkt in japanische Aktien ist laut Daisuke Nomoto, Global Head of Japanese Equities, und Simon Morton-Grant, Client Portfolio Manager für japanische Aktien, jetzt günstig.
Japan befindet sich inmitten eines Wandels, der das Land zu einem der derzeit attraktivsten Anlageumfelder macht. Die vorübergehenden Handelsspannungen stehen im Kontrast zu einer starken Kombination aus einem hohen Wachstum, das vor allem durch die Binnennachfrage befeuert wird, und weitreichenden Reformen im Bereich der Corporate Governance, die die Wirtschaft grundlegend verändern. Die Bewertungen liegen deutlich unter dem historischen Durchschnitt und unter denen anderer Aktien weltweit, sodass Anleger jetzt die seltene Gelegenheit haben, in Japans strukturelle Transformation zu investieren.
Das große Comeback: Japans nominales BIP und das Wiedererwachen der Binnennachfrage
Nach jahrzehntelanger Stagnation hat Japan die sogenannten „verlorenen Jahrzehnte“ überwunden und seine Wirtschaft kommt wieder in Schwung. Beleg für diese Transformation ist das solide nominale BIP-Wachstum, das vor allem durch die Binnennachfrage und weniger durch den Außenhandel unterstützt wird.
Diese Veränderung ist daher mehr als ein zyklischer Aufschwung. Vielmehr hat sich eine Aufwärtsspirale des Wachstums etabliert. Die Unternehmen investieren wieder in Kapazitäten und Produktivität und die steigenden Löhne befeuern den Privatkonsum. Stabile Preise unterstützen das Wachstum der Binnenwirtschaft, ergänzt durch anhaltend solide Unternehmensgewinne.
Grafik 1: TOPIX-BIP Abgleich: Japans Marktspiegel
Höhere allgemeine US-Zölle könnten Exporteuren zwar die Geschäfte erschweren, aber in diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass sich Japans Wirtschaftsbasis deutlich in Richtung der Binnenmarktakteure verlagert hat. Zudem haben Unternehmen mit klarer Preissetzungsmacht bewiesen, dass sie Kostendruck durch Preisanpassungen effektiv bewältigen können.
Ein eindeutiges Signal ist vor allem, dass Japan trotz erheblicher Herausforderungen – einschließlich innenpolitischer Veränderungen, Zinserhöhungen durch die Bank of Japan (BoJ) und unsicherer Handelsbeziehungen zu den USA – auf Wachstumskurs geblieben ist.
In diesem Umfeld bewerten Anleger japanische Aktien aus einer neuen Perspektive, die nicht nur zyklische Stärke, sondern auch dauerhafte strukturelle Veränderungen einpreist.
Japanische Geschäftswelt dank Reformen auf neuem Kurs
Die Transformation der japanischen Investmentlandschaft geht in erster Linie auf eine Corporate-Governance-Reform zurück. Nach jahrzehntelanger ineffizienter Kapitalzuteilung schaffen japanische Unternehmen nun durch konkrete Maßnahmen systematisch Shareholder Value.
Die Reformen der Börse in Tokio haben diese Veränderung beschleunigt, indem sie etwa Börsennotierungen von Mutter- und Tochtergesellschaften und Überkreuzbeteiligungen entgegenwirken. Die Auswirkungen sind nicht zu übersehen: Die jährliche Zahl der M&A-Deals (Fusionen und Übernahmen) im Wert von über 100 Millionen US-Dollar steigerte sich von 15 im Jahr 2019 auf 60 im Jahr 2024. Anfang 2025 wurden bereits 29 neue Transaktionen angekündigt (Quelle: Jefferies Equity Research, Japan: Buyout-Chancen).
