Lesedauer: 1 Minute

Japan-Krise: Chefvolkswirt von BNY Mellon rechnet mit baldiger Konjunkturerholung

Die Horrormeldungen vom havarierten AKW Fukushima Eins reißen nicht ab. Mittlerweile hat der Betreiber Tepco eine Kernschmelze im Reaktor 2 eingeräumt – der befürchtete Super-GAU scheint unausweichlich. Diese Nachrichten seien „eine große menschliche Tragödie“, erklärt Hoey. Für die Wirtschaft hingegen sei die Katastrophe langfristig nicht von Belang.

„Japan stehen einige Monate bevor, in denen die Industrieproduktion zurückgehen, die Versorgungskette unterbrochen und die Nachfrage nach Grundstoffen sinken wird“, sagt der Finanzexperte. Dies seien jedoch nur vorübergehende Probleme, die bereits in diesem Sommer größtenteils gelöst werden dürften.

Denn auf eine wirtschaftliche Schwäche-Phase, die dem Land zweifellos bevorstehe, werde recht schnell eine Wiederaufbau-Phase folgen, ist Hoey überzeugt. „Wir erwarten, dass das reale BIP in Japan in der zweiten Jahreshälfte bereits wieder anziehen wird.“ Die hohe Fachkompetenz der japanischen Arbeitskräfte und Unternehmen bilde ein solides Fundament und sollte eine in einigen Monaten einsetzende Konjunkturerholung ermöglichen.

Weniger zuversichtlich zeigt sich der Finanzexperte hingegen in Bezug auf den Aufruhr im Nahen Osten und dessen Auswirkungen auf den Ölpreis. „Die Angst vor weiteren Störungen in der Ölversorgung in Folge der politischen Unruhen in der Region könnten uns für einige Zeit begleiten“, sagt Hoey. Daher erwartet er, dass der durch die Entwicklungen im Nahen Osten bedingte Energiepreisanstieg von Dauer sein wird.
Mehr zum Thema
Japan-Katastrophe: Seltene Erden sind out – aber nur für kurze Zeit
Umfrage unter Versicherern: Wie wirkt sich die Japankrise auf’s Geschäft aus
Finanzfrage der Woche: Sind deutsche Arbeitnehmer in Japan gegen Radioaktivität versichert?