Japans Exportschlager

Der Metzler Japanese Equity profitiert vom Boom in den Schwellenländern – obwohl er ausschließlich in Japan investiert

Akihide Kinugawa hat keine Wahl. Der Manager des T&D Active Value Open darf ausschließlich japanische Aktien kaufen. Auch den Metzler Japanese Equities, den er im gleichen Stil managt, kann er nur mit Werten von der Tokioter Börse bestücken.
In Zeiten, in denen der japanische Markt einmal mehr zu den schlechtesten der Welt zählt, keine leichte Aufgabe. Zumal Kinugawa anders als andere Japan-Kenner nicht damit rechnet, dass sich das Wirtschaftsklima nachhaltig verbessern wird. „Japans Binnennach­frage fehlt die Dynamik“, sagt der Manager mit Sitz in Tokio. Dennoch hat er in den vergangenen Jahren attraktive Renditen erwirtschaftet; seine Fonds zählen zu den besten Produkten für den japanischen Markt. Der von Metzler als „Mutterfonds“ bezeichnete und in Deutschland nicht zugelassene Active Value ist der erfolgreichste japanische Japanfonds, der Metzler Japanese Value zählt zu den Spitzenprodukten unter den Japanfonds mit Deutschland-Zulassung, seit er im April 2004 aus dem wenig erfolgreichen Metzler German Equities hervorgegangen ist.

Kasachstan, Brasilien, Chile
„Man muss in Unternehmen investieren, die den Wettbewerb außerhalb Japans gewinnen“, erklärt Kinugawa seine Strategie. Knapp die Hälfte der Fondsportfolios ist in Aktien von Firmen investiert, die ihre Profite vor allem in Schwellenländern machen. Prominent vertreten sind japanische Handelshäuser wie Marubeni, Mitsubishi und Sumitomo, die das Im- und Exportgeschäft betreiben und sich international an einer Vielzahl von Geschäften beteiligen. Aber auch auf internationale Märkte ausgerichtete Industriewerte gewichtet er hoch.
Die Handelsgesellschaft Marubeni, Top-Position im Fonds, investiert in kasachisches Uran, brasilianisches Papier und chilenisches Kupfer. Der nach Caterpillar zweitgrößte Baggerhersteller Komatsu verdient vor allem im Mittleren Osten und in Afrika gut. Der weltgrößte Nähmaschinenhersteller Juki exportiert ins boomende Vietnam, nach Indien und China. „Das Wirtschaftswachstum wird sich nicht auf die Bric-Staaten beschränken“, sagt Kinugawa, und davon möchte er profitieren.
Kinugawas Strategie, die internationalsten unter den japanischen Unternehmen ins Portfolio zu nehmen, macht ihn indes auch abhängiger von der Weltkonjunktur, als es andere Japan-Manager sind. „Der Fonds kann gegenüber seinem Vergleichs­index in Zeiten negativer Stimmung an den globalen Aktienmärkten durchaus verlieren, denn er hat nur eine sehr geringe Gewichtung in defensiven Branchen“, sagt der Fondsmanager. Vergleichsindex ist der marktbreite Topix. Kinugawas ambitioniertes Ziel ist es, ihm jährlich wenigstens 3,5 Prozentpunkte voraus zu sein.

Gespür für langfristige Trends
Bislang hat er sein Ziel meist erreicht, lediglich 2004 übertraf er den Index nur ganz knapp. Den Erfolg verdankt der Fondsmanager vor allem seinem Gespür für langfris­tige Trends und für unterbewertete Unternehmen, denen der Markt nichts mehr zutraut. Hat er ein solches Unternehmen identifiziert, bleibt er ihm gern langfristig treu: Unter den größten Positionen finden sich mit einer Ausnahme die gleichen Werte wie vor Jahresfrist.
„Einige meiner ausländischen Anleger beschimpfen mich als faul“, kommentiert der japanische Metzler-Berater. „Investie-ren heißt für mich aber nicht, auf die Hochs und Tiefs von Quartalsergebnissen mit Käufen und Verkäufen zu reagieren, sondern auf weit größere strukturelle Veränderungen zu wetten.“
Eine strukturelle Änderung könnte dem Fonds schon bald weiteren Auftrieb geben: Wenn wie erwartet die Zinsen in Japan steigen, dann wird auch der Yen wieder attraktiver. Anleger könnten dann mit dem nicht währungsgesicherten Fonds von einer Aufwertung der japanischen Währung zusätzlich profitieren.

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