Peter Jäderberg

Peter Jäderberg

JC Sandalwood 2: Exot aus dem australischen Busch

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DAS INVESTMENT.com: Wie passt ein Sandelholz-Fonds zum Hause Jäderberg & Cie., das bisher auf Produkte zum Zweitmarkt für Lebensversicherungen spezialisiert war?

Peter Jäderberg:
Inhaltlich nicht, aber bei den beiden handelt es sich um markante Nischenmärkte innerhalb der Asset-Klasse der geschlossenen Fonds. Wir bei Jäderberg & Cie. sind überzeugt, dass der Nischencharakter die Marge steigert und das Rendite-Risiko-Profil verbessert. Schon länger beschäftigen wir uns mit Erneuerbaren Energien und nachwachsenden Rohstoffen. Der Schritt in die Forst- und Landwirtschaft liegt da nahe.

DAS INVESTMENT.com:
Derzeit ist der Publikumsfonds JC Indian Sandalwood 2 im Vertrieb. Wie überzeugen Sie Anleger von dem Exoten, da viele noch nicht einmal wissen, wofür beispielsweise Sandelholz gebraucht wird?

Jäderberg:
Wir wissen, dass er sehr speziell ist und ziemlich exotisch anmutet, doch das haben Nischenmärkte nun mal an sich. Wenn es von der „Masse“ bereits nachgefragt würde, wäre es keine Nische mehr und das Rendite-Risiko-Profil bei weitem nicht mehr so attraktiv.

DAS INVESTMENT.com:
Wofür wird Sandelholz benötigt?

Jäderberg:
Verkauft werden Baumprodukte wie das Öl, welches mittels Destillation aus dem Kernholz gewonnen wird, aber auch das Holz an sich. Beispielsweise werden die Produkte für die Parfümherstellung benötigt oder werden in Indien bei religiösen Riten verbrannt. Da es sich um ein sehr kostbares und seltenes Öl beziehungsweise Holz handelt, gleichzeitig die Nachfrage sehr hoch ist, sind die ungewöhnlich hohen Rückflüsse des Fonds von über 660 Prozent nach 14 Jahren nachvollziehbar. Entscheidend ist, dass wir über unseren australischen Partner an dieser vertikalen Wertschöpfungskette beteiligt sind.

DAS INVESTMENT.com: Warum investieren Anleger in den Zielfonds über den Umweg der Private-Placement-Gesellschaft?

Jäderberg:
Als Eigentümer der Plantagen ist eine australische Gesellschaft das schlankste und natürlichste Vehikel. Für deutsche Investoren ist angesichts des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen Deutschland und Australien eine Struktur mit jeweils einer Personengesellschaft in beiden Ländern geeignet. Dass der Publikumsfonds über die Private-Placement-Gesellschaft in die LLP investiert, schafft diverse Synergieeffekte – vor allem in den Kosten. Unter anderem liegen deswegen die Weichkosten des Publikumsfonds bei niedrigen 4,2 Prozent exklusive Agio.

DAS INVESTMENT.com: Nun ist Ihr Unternehmen nicht gerade für Publikumsfonds bekannt.

Jäderberg: Unsere Unternehmensstrategie und Produkte richten sich an Family Offices und Institutionelle. Beim  JC Indian Sandalwood 2 haben wir aufgrund der Nachfrage nach Investmentgrößen unter 200.000 Euro - neben unserer Private Placement-Struktur - noch einen Fonds mit der erforderlichen Bafin-Gestattung geschaffen. In der Eigendynamik eines öffentlichen Angebotes ist hier sozusagen unbeabsichtigt der Vertrieb eines Publikumsfonds entstanden.

DAS INVESTMENT.com: Soeben haben Sie die Platzierungsphase für den Fonds über den 31. Mai hinaus verlängert. Waren die Platzierungszahlen im ersten Quartal ähnlich mau wie in der gesamten Branche?

Jäderberg: Wir haben die Zeichnungsfrist mittlerweile bis Ende 2011 verlängert. Ursprünglich sollte die Platzierung enden, da im Juni die Bepflanzung der Plantage beginnt. Für die Platzierung eines institutionellen Investors steht noch eine Due-Diligence-Prüfung aus, die ihre Zeit braucht. Das bietet uns die Möglichkeit, auch den Publikumsfonds JC Indian Sandalwood 2 länger offen zu halten, da dieser genauso wie die Großinvestoren in die Objektgesellschaft investieren.

DAS INVESTMENT.com:
Gibt es ein Schlüsselpersonenrisiko beim Betreiben der Plantage?

Jäderberg:
Unser Plantagen-Partner TFS ist ein börsennotiertes australisches Unternehmen, das vom Setzling bis zum Verkauf der Öl- und Holzprodukte verantwortlich ist. Mittlerweile ist das Schlüsselpersonrisiko durch die Größe sowie das personenunabhängig geschützte geistige Eigentum begrenzt.

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