Der Maklerpool Jung, DMS & Cie., Tochter der JDC Group, will sich die Mehrheitsanteile an der FMK-Gruppe sichern. Einen Kaufvertrag zum Erwerb von 60 Prozent der Geschäftsanteile an den Gesellschaften FMK Compare und HVG Hanse, die zusammen die FMK-Gruppe bilden, haben die Beteiligten bereits unterzeichnet. Vollzogen werden soll die Transaktion voraussichtlich Ende September, wie das Unternehmen mitteilt. Über den Kaufpreis macht das Unternehmen keine Angaben.
Mit dem Zukauf will JDC sein Geschäft ausweiten: Bislang bietet JDC vor allem technische Dienstleistungen für Makler und Finanzinstitute an. Künftig will der Konzern in Eigenregie auch die passenden Endkunden dafür aufspüren.
Hochprofitabler Lead-Spezialist aus Hamburg
Die FMK-Gruppe ist eine datengestützte Technologie-Plattform, die digitale Leads erzeugt: Sie filtert im Auftrag anderer Unternehmen qualifizierte Interessenten heraus, die als potenzielle Kunden in Frage kommen. Das 2021 in Hamburg gegründete Unternehmen ist laut JDC hochprofitabel und hat allein 2024 mehr als 400.000 Geschäftsabschlüsse unter anderem im Bereich Versicherungen vermittelt.
Zum Vergleich: JDC wickelt pro Jahr aktuell circa 150.000 Neugeschäftsabschlüsse und rund 600.000 Vertragsübertragungen ab, vor allem in den Bereichen Investment und Versicherungen.
Die FMK-Gruppe soll zukünftig als eigenständiges Tochterunternehmen innerhalb des JDC-Konzerns agieren.
Die Übernahme durch JDC soll auch für FMK lukrativ sein: Bislang erhält FMK in einem sogenannten Cost-per-Order-Modell für Geschäftsabschlüsse einen einmaligen Betrag. Zukünftig soll das Unternehmen zusätzlich bei Abschlüssen von Versicherungs- und Investmentverträgen vermehrt auch wiederkehrende Erlöse erzielen, stellt man bei JDC in Aussicht – womit laufende Provisionen aus Versicherungs- und Fondsprodukten gemeint sein dürften.
„Die Akquisition der FMK-Gruppe ist ein konsequenter weiterer Schritt im Ausbau unserer Plattform für Finanz- und Versicherungsprodukte“, erklärt Ramona Evens, operative Chefin (COO) von JDC. Evens gibt sich überzeugt: „Die Zuführung zehntausender Kunden an unsere vorhandenen Makler und Geschäftspartner und unser eigenes Advisory wird sich noch in diesem Jahr in steigendem Umsatzwachstum zeigen.“
JDC-Vorstand Ralph Konrad betont die Synergieeffekte: „Für die Integration der FMK in unsere Plattform-Aktivitäten erwarten wir keinen hohen Aufwand. Ganz im Gegenteil erwarten wir, dass wir schnell Skaleneffekte heben und durch das gewonnene Volumen unsere vorhandene Tech- und Abwicklungsplattform deutlich besser auslasten können.“
FMK-Mitgründer und Geschäftsführer Florian Mayer sieht im Zusammenhang mit der Übernahme „erhebliches Potenzial für die Weiterentwicklung der FMK“.










Frisches Geld aus einer Anleihe
Mit dem Erwerb der FMK-Gruppe hebt der JDC-Konzern seine Jahresprognose deutlich an. Für das laufende Jahr erwartet JDC nunmehr einen Umsatz von 260 bis 280 Millionen Euro (bisher: 245 bis 265 Millionen Euro) und ein Ebitda von 20,5 bis 22,5 Millionen Euro (bisher: 18,5 bis 20,5 Millionen Euro), für 2026 sogar ein Ebitda von 35 Millionen Euro.
Im Zusammenhang mit dem Neuerwerb will JDC eine vorrangig besicherte und variabel verzinsliche Anleihe nach norwegischem Recht („Nordic Bond“) ausgeben – mit zunächst 70 Millionen Euro Emissionsvolumen und vier Jahren Laufzeit. Es gebe bereits Zeichnungszusagen mehrerer institutioneller Investoren. Ob mit dem Geld die Übernahme komplett finanziert wird, verrät JDC nicht.
Die Akquisition baut auf einem bereits erfolgreichen Geschäftsjahr 2024 auf, in dem JDC seinen Umsatz um knapp 29 Prozent auf rund 220 Millionen Euro steigern konnte. Das Ebitda wuchs ebenfalls um rund 29 Prozent auf 15,1 Millionen Euro.
JDC-Chef Sebastian Grabmaier zeigt sich optimistisch: „Wir erhöhen die Attraktivität unserer Plattform durch die Einbindung von FMK für Vermittler aller Art deutlich.“ Ebenso sollten jedoch auch die Aktionäre des börsennotierten JDC-Konzerns von der Übernahme profitieren: Die JDC-Plattform werde durch die FMK-Integration „viel profitabler“.
Über die JDC Group
Die börsennotierte JDC Group (ISIN: DE000A0B9N37) bietet unter den Marken Jung, DMS & Cie., Allesmeins und Geld.de eine digitale Plattform für Versicherungen, Fonds und andere Finanzprodukte an. Laut hauseigenen Angaben hat die Plattform mehr als 16.000 angeschlossene Nutzer. Über sie würden rund 2,4 Millionen Kunden mit einem Fondsbestand von über 7,5 Milliarden Euro verwaltet.

